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Umstrittene Aktion
Blitzmarathon: Effekt dauert zwei Wochen an

Fragen und Antworten zum Blitzmarathon 2016
Fragen und Antworten zum Blitzmarathon 2016
Düsseldorf. Was bringt der Blitzmarathon? Vorbeugung gegen tödliche Unfälle oder PR für den Innenminister? Wissenschaftler haben das in NRW untersucht. Und kommen zu einem einstelligen Ergebnis.

Der umstrittene "24-Stunden-Blitzmarathon" in Nordrhein-Westfalen wirkt bei Autofahrern laut einer Studie etwa zwei Wochen lang nach. Das hat das Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen überprüft. Im Auftrag des NRW-Innenministeriums untersuchten Wissenschaftler an Messstellen in Köln das Verhalten von Autofahrern vor, während und nach dem ersten europaweiten Blitz-Marathon im vergangenen April.

Demnach sank die Geschwindigkeit der Autofahrer in den ersten beiden Wochen nach den Kontrollaktionen im Durchschnitt um bis zu drei Stundenkilometer. Das sei keineswegs eine Petitesse, berichtete Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Dienstag in Düsseldorf. In der Verkehrswissenschaft gelte: Wenn die durchschnittliche Geschwindigkeit nur um zwei Kilometer pro Stunde gesenkt wird, gibt es 15 Prozent weniger Verkehrsunfälle mit Toten und Verletzten. "Zwei bis drei Kilometer entscheiden über Leben und Tod", betonte Jäger.

NRW werde sich auch am zweiten europäischen Blitz-Marathon im April 2016 beteiligen und ihn erneut wissenschaftlich begleiten, kündigte Jäger an. NRW war mit den konzertierten Kontrollaktionen 2012 als erstes Land gestartet. In diesem Jahr gab es hier den achten Blitz-Marathon, der gleichzeitig zum dritten Mal in ganz Deutschland lief.

Kritiker sehen die Veranstaltungen als PR-Aktion ohne nachhaltige Wirkung. Dem wollte Jäger mit der Studie begegnen. Die Wissenschaftler hatten dafür Geschwindigkeitsmessungen mit speziellen Seitenradargeräten vorgenommen, die nicht blitzen und so die Verkehrsströme unauffällig aufzeichnen. "Wie die Studie belegt, erreichen wir mit dem Blitz-Marathon viel mehr Menschen als mit unangekündigten Kontrollen", bilanzierte Jäger.

NRW werde deswegen seine Aufklärungsarbeit gegen den "Killer Nummer 1", eine zu hohe Geschwindigkeit, fortsetzen. Wie nötig das sei, habe sich unter anderem an zwei Tagen im November erneut erwiesen. "Innerhalb von 24 Stunden kamen hier neun Menschen auf unseren Straßen zu Tode", sagte Jäger. Darunter seien sieben Fußgänger gewesen. "Neun Menschen in 24 Stunden - das ist mehr als eine Zahl.

Es bedeutet unsagbares Leid für Familien, Angehörige und Freunde", unterstrich der Minister. "Leid wie dieses zu verhindern, das ist unser Ansporn."

(lnw/das)
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