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Frau tot im Rhein-Herne-Kanal gefunden
Leiche obduziert - Überwachungsvideo zeigt Sturz

Oberhausen. Am Freitag haben Taucher eine Frauenleiche aus dem Rhein-Herne-Kanal geborgen. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus. Ein Überwachungsvideo soll zeigen, wie die Frau ins Hafenbecken fällt. In einer Mitteilung kritisierte die Polizei die Medien für ihre Berichterstattung zu dem Fall.

Der Leichnam der Frau wurde am Montag obduziert. Laut Polizei hat er mehrere Tage im Wasser gelegen. Die Leiche weise schwere Verletzungen auf, alle Gliedmaßen seien abgetrennt. Die Polizei geht davon aus, dass Schiffsschrauben dem Körper diese Verletzungen zugefügt haben. An der Fundstelle herrsche reger Schiffsverkehr.

Die Polizei hatte bereits seit mehreren Tagen nach einer 49 Jahre alten Frau gesucht. Sie war bei einem Besuch in Oberhausen verschwunden. Zusammen mit ihrem Ehemann hatte sie mit ihrem Boot an einem Liegeplatz in der Oberhausener Marina, nahe dem Einkaufszentrum Centro, festgemacht, teilte die Polizei mit. Bei ihren Ermittlungen stießen die Kriminalbeamten auf ein Überwachungsvideo. Die Aufnahmen sollen die Vermisste zeigen, wie sie in den Nachtstunden auf dem Bootssteg ins Straucheln gerät, in das Hafenbecken stürzt und nicht wieder auftaucht.

Die Polizei hatte daraufhin vor einigen Tagen mit Tauchern in dem Hafenbecken nach der Vermissten gesucht, sie jedoch nicht finden können. Am vergangenen Freitag wurde dann die weibliche Leiche im Kanal gefunden

Tote noch nicht zweifelsfrei identifiziert

Ob es sich bei der Toten um die Vermisste handelt, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Mit letzter Sicherheit könne die Identität der Toten erst durch eine DNA-Analyse bestätigt werden. Das Ergebnis werde im Laufe der Woche erwartet, teilte die Polizei mit.

Obwohl die Polizei bereits in ihrer ersten Stellungnahme nach dem Fund von einem Unglücksfall gesprochen habe, habe die Berichterstattung in den Medien schnell zu Spekulationen über ein Verbrechen geführt. Die frühzeitige Berichterstattung und die teils "außer Kontrolle geratene Diskussion in den sozialen Medien" habe die Arbeit der Ermittler erschwert, heißt es vonseiten der Polizei. So habe man sich unter Zugzwang gesetzt gefühlt, unmittelbar nach der Bergung der Leiche den Ehemann der Vermissten zu informieren - bevor die Leiche eindeutig identifiziert war. Doch man habe verhindern wollen, dass der Mann aus den Medien die Umstände des Fundes erfahre und die Spekulationen in den sozialen Medien lese, ohne zuvor über den Fund informiert worden zu sein.

(lsa)