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NRW
Die "SoFi" zeigt sich wenigstens kurz

Sonnenfinsternis 2015 – hier ist sie zu sehen
Essen. Ein verschleierter grauer Himmel hat den Menschen in Nordrhein-Westfalen bei der Sonnenfinsternis am Freitag vielerorts buchstäblich den Blick vernebelt. Doch von einigen Orten aus sah man das Naturschauspiel - meistens nur kurz. 

Von "dicker Suppe" berichteten Schaulustige in Essen, Düsseldorf, Bonn oder im Nationalpark Eifel im Kurznachrichtendienst Twitter. Anderswo war das Naturschauspiel hinter einer Wolkendecke zumindest kurzzeitig zu sehen. Wer von ganz weit oben in den Himmel blicken konnte, hatte aber auch in Düsseldorf kurze Zeit Glück und konnte einen Blick auf das Naturschauspiel erhaschen, wie unser Video zeigt. 

Nebel in den Städten und Tälern von NRW, kilometerweite Sicht hingegen auf dem zweithöchsten Berg des Bundeslandes: Auf dem Kahlen Asten (842 Meter) hat am Freitag bei strahlend blauem Himmel rund ein Dutzend Menschen die Sonnenfinsternis verfolgt. "Die Leute haben auf den Parkplätzen ihre Teleskope aufgestellt. Es ist zwar etwas diesig, dennoch haben wir von hier oben eine zehn Kilometer weite Sicht", sagte der Wetterbeobachter der Wetterstation Kahler Asten, Gerhard Kappe.

So sah die Sonnenfinsternis in NRW aus FOTO: dpa, hka tmk

Fehlanzeige dagegen auf der Halde Hoheward in Herten im Ruhrgebiet. Zäher Nebel verdeckte die Sonne. Pech für mehrere Dutzend Sofi-Fans, die am Morgen auf die Halde gestiegen waren - darunter mehrere Schulklassen.

Fotos: Sonnenfinsternis-Fotos aus Mönchengladbach FOTO: Sabrina Fels

Zum Höhepunkt der Sonnenfinsternis blickten etwa 40 Menschen von einem Turm des Kölner Doms zum Himmel. Die Pressestelle der Stadt Dortmund scherzte auf Twitter: "Wir haben die Sonnenfinsternis über Dortmund" - und postete ein Foto von der nächtlichen Skyline der Stadt mit einem einmontierten Bild einer Sonnenfinsternis. Ein anderer Nutzer aus der Landeshauptstadt witzelte: "Sonnenfinsternis, oder wie es in Düsseldorf heißt: "50 Shades Of Grey"."

Sonnenfinsternis: So stark verändert sich das Licht

In Mönchengladbach sah es erst so aus, als würde ein wolkenverhangener Himmel den Blick auf die Sonnenfinsternis verhindern. Doch dann, etwa gegen 10.45 Uhr, klarte der Himmel für einige wenige Minuten auf und gab den Blick frei auf das Naturschauspiel. Viele Gladbacher nutzten die Chance und hielten den Moment im Foto fest. Leserin Mirabella Mel Fernandez-Pesch schickte ein Bild aus Odenkirchen und schrieb dazu: "Lange konnte man nichts sehen, aber dann zogen die Wolken weg. Das Warten hat sich gelohnt!"

Im Kleverland suchte man die SoFi vergeblich. Dichter Nebel und dicke Wolken machten den Neugierigen einen Strich durch die Rechnung. Das hat vor allem diejenigen besonders geärgert, die sich extra eine Sonnenschutzbrille besorgt haben: "Ich habe mich echt darauf gefreut, das Spektakel heute beobachten zu können", erzählt der 27-Jährige Sebastian aus Kleve.  Hier gibt es die schönsten Fotos unserer Leser.

Stromnetz hielt Stand

Das Stromnetz des Energiekonzerns RWE hat die Sonnenfinsternis am Freitag nach Unternehmensangaben gut überstanden. Der Wegfall der Einspeisung aus Photovoltaik-Anlagen und die spätere verstärkte Einspeisung der Sonnenenergie seien erfolgreich kompensiert worden, teilte die RWE Deutschland AG mit. Die Vorbereitungen hätten sich bewährt. "Die Situation macht aber deutlich, dass der Umbau des Energiesystems eine enorme Herausforderung für die Netze darstellt", sagte Vorstandschef Arndt Neuhaus laut einer Mitteilung. RWE ist einer der größten Verteilnetzbetreiber Deutschlands.

 

(lnw)
 
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