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Nahverkehr, Kitas, Sparkassen
So plant Verdi den kommenden Warnstreik in NRW

Warnstreik in NRW 2018: Verdi ruft nächste Woche zu Streik im öffentlichen Dienst auf
Vor zwei Wochen hatten sich auch Mitarbeiter der Rheinbahn in Düsseldorf am Warnstreik beteiligt (Archiv). FOTO: Martin Gerten/dpa
Düsseldorf. Der Warnstreik im öffentlichen Dienst am 10. April dürfte noch einmal größer ausfallen als der vor zwei Wochen. Denn dieses Mal ruft die Gewerkschaft Verdi in ganz NRW die Beschäftigten von Bund und Kommunen dazu auf, die Arbeit niederzulegen.

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Sie ruft deshalb am Dienstag (10. April) zu einem weiteren ganztägigen Warnstreik auf, dieses Mal aber flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen. Landesweit dürften deshalb viele Kitas, Sparkassen sowie Bürgerämter geschlossen bleiben oder nur einen Notbetrieb anbieten, sagt Michael Wiese, Leiter der Tarifabteilung im Verdi-Landesbezirk NRW. Außerdem werde der öffentliche Nahverkehr wahrscheinlich weitgehend zum Erliegen kommen. Mehr Infos dazu erhalten Sie hier.

Verdi und weitere Gewerkschaften verhandeln seit Ende Februar mit den Arbeitgebern über höhere Löhne für die etwa 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 15. und 16. April vorgesehen. Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro pro Monat zusätzlich. Die Arbeitgeber lehnen diesen Mindestbetrag bisher ab. Die Gewerkschaft hatte deshalb vor zwei Wochen schon zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen, sich dabei aber auf einzelne Betriebe und Kommunen konzentriert.

"Wir wollen noch eine Schippe drauflegen", sagt Wiese. Sollte die nächste Verhandlungsrunde kein Ergebnis bringen, drohe ein Abbruch der Gespräche und ein längerer Ausstand. Mit dem landesweiten Warnstreik am Dienstag würden die Beschäftigten deshalb ein "klares Signal" an die Arbeitgeber senden: "Wir sind nicht bereit, uns mit einem Butterbrot abspeisen zu lassen." Er gehe davon aus, dass viele Beschäftigten dem Aufruf folgen werden. Ende März hatten nach Angaben der Gewerkschaft rund 40.000 Menschen in Duisburg, DüsseldorfKöln und anderen Städten von NRW die Arbeit niedergelegt. "Nächste Woche rechnen wir mit mehr", sagt Wiese.

Die Vorbereitungen der Gewerkschaft für den Warnstreik am Dienstag laufen noch. Daher ist noch nicht ganz klar, in welchen kommunalen Betrieben und Einrichtungen die Belegschaften sich am landesweiten Ausstand beteiligten. In Düsseldorf seien zum Beispiel die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Arbeitsagentur, der Stadt- sowie der Kreissparkasse und der Awista dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen, sagt Uwe Foullong von Verdi. In der Landeshauptstadt könne deshalb der Müll am Dienstag stehen bleiben. In Köln und Bonn dürften dagegen Busse und Bahnen der KVB und der SWB ausfallen, sagt Gewerkschaftssekretär Volker Wenner. In beiden Städten würden wahrscheinlich auch die kommunalen Kitas und die Bürgerämter geschlossen bleiben oder nur einen Notbetrieb anbieten. Weitere Angaben will Verdi in den nächsten Tagen machen, damit sich Pendler, Eltern und andere Betroffene darauf einstellen können.

(wer)
 
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