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Dinslaken
Damit Flüchtlinge sicher unterwegs sind

Dinslaken: Damit Flüchtlinge sicher unterwegs sind
Unter dem Motto "Sicherheit hat Vorfahrt" übergaben Vertreter der Kreis-Verkehrswacht Broschüren, Helme und ein Fahrrad an Kinder der Fliehburg. FOTO: Fröhlich
Dinslaken. Die Kreis-Verkehrswacht will Aufklärungsarbeit über das richtige Verhalten im Straßenverkehr leisten und übergab gestern in der Fliehburg Broschüren, Helme und ein Fahrrad. Von Peter Neier

Wie funktioniert der Nahverkehr? Wo darf ich mit dem Fahrrad fahren? Wer hat eigentlich Vorfahrt? - Das Thema Flüchtlinge beschäftigt auch die Akteure in der Verkehrssicherheitsarbeit. "Viele Verkehrsregeln in Deutschland sind für die ankommenden Menschen neu und bestimmte Situationen im Straßenverkehr gestalten sich anderes als im Herkunftsland", weiß auch Peter Steinhoff, stellvertretender Vorsitzender der Kreis-Verkehrswacht Wesel und Bereichsleiter Dinslaken.

Zusammen mit dem stellvertretenden Geschäftsführer Holger Schulz stellte er gestern in Anwesenheit von Bürgermeister Michael Heidinger, Dezernentin Christa Jahnke-Horstmann, Geschäftsbereichsleiter Lothar Muschik, Flüchtlingskoordinatorin Natascha Betke und Caritasdirektor Michael van Meerbeck in einer Art Pilotprojekt für die in Dinslaken betreuten Flüchtlinge in der Fliehburg deren Leiterin Barbara Tkotz jeweils über 200 Broschüren zur Verfügung, ebenso Plakate für die knapp 30 Unterkünfte.

"Unterwegs in Deutschland - worauf muss ich achten" und "Fahrrad fahren in Deutschland - die wichtigsten Grundregeln" illustrieren in leicht verständlicher Sprache Regeln beim Zufußgehen, Fahrradfahren, Fahren mit dem Pkw oder Motorrad, bei der Nutzung des ÖPNV. Die Broschüren sind in den Sprachen Deutsch, Englisch und Arabisch verfasst und verweisen auch auf eine kostenlose Smartphone-App unter dem Titel "German Road Safety". Außerdem übergaben Steinhoff und Schulz ein neues Fahrrad und 15 Fahrradhelme, gespendet von der Firma Abus, Kooperationspartner der Deutschen Verkehrswacht. "Die Kreis-Verkehrswacht Wesel möchte einen Beitrag zur Reduzierung der bekannten Problematik leisten und so vor allem präventiv tätig werden, denn jeder Unfall im Straßenverkehr ist einer zu viel." - "Wir hatten bisher zwei Unfälle mit Flüchtlingen außerhalb der Fliehburg", berichtet Barbara Tkotz, fast jeder habe inzwischen ein Fahrrad, "das Radeln lernen die hier ganz individuell. Wenn wir jemand ohne Helm sehen, weisen wir darauf hin." Michael van Meerbeck fügt hinzu: "Wir können viel innerhalb der Sprachkurse machen."

Derweil werden einige der gelb reflektierenden Sicherheitsüberwürfe an einige Kinder, die mit ihren Rädern gekommen sind, verteilt. "Damit ihr auf der Straße besser gesehen werdet, die leuchten im Dunkeln", erklärt Jahnke-Horstmann. Ein Junge übersetzt für die Umstehenden. "Eine schöne Sache und ein kleines Steinchen zur Integration", dankt auch der Bürgermeister den Spendern. Peter Steinhoff: "Mein Traum ist, die Verkehrserziehung in Kindergärten und Schulen auch in die Fliehburg zu übertragen. Dabei müssen wir bei uns selbst anfangen." Lothar Muschik stellte den Aufbau einer Fahrradwerkstatt in Aussicht.

Als Hauptgewinn beim Sommerfest in der Fliehburg am 2. September soll das von der Kreisverkehrswacht gespendete Fahrrad im Rahmen einer Tombola verlost werden. Weitere Gewinne sind unter anderem die 15 gespendeten Fahrradhelme. Nicht immer sind Fahrräder vorhanden. Das Team der Fliehburg um Leiterin Barbara Tkotz sucht weiterhin gut erhaltene Fahrräder für die Bewohner. Vor allem Kinderfahrräder sind willkommen. Mögliche Spender können sich unter Telefon 02064 12797 melden

Quelle: RP
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