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Dinslaken/Duisburg
Landgericht verhandelt Überfall auf Geldboten

Dinslaken/Duisburg. 41-jähriger Angeklagter soll seinem Opfer vor der Volksbank in Dinslaken aufgelauert haben.

Wegen des Überfalls auf einen Geldkurier muss sich seit gestern ein 41-jähriger Mann vor dem Duisburger Landgericht verantworten. Er soll einer von insgesamt vier Tätern gewesen sein, die dem Opfer im Januar vergangenen Jahres vor der Volksbankfiliale in Dinslaken auflauerten, um ihm mehrere Geldkassetten abzunehmen. Auch zwei Einbrüche werden ihm vorgeworfen. Die Einbrüche werde sein Mandant einräumen, zu dem bewaffneten Überfall wolle er aber zunächst keine Angaben machen, sagte sein Verteidiger.

Einer der ermittelnden Beamten schilderte den Tathergang und auch, wie man auf die Spur des 41-Jährigen kam, der bis zu seiner Festnahme bei seinen Schwestern in Voerde und Dinslaken wohnte. Ein Mitarbeiter einer Bäckerei war an dem Morgen mit dem Firmentransporter zu der Bank gefahren, um knapp 90 000 Euro einzuzahlen. Als er mit den Geldkassetten im Rucksack und in der Tasche ausstieg, seien plötzlich zwei bewaffnete und maskierte Personen hinter ihm gewesen.

Sie nahmen das Geld an sich und flüchteten in Richtung eines grünen Audi, an dem zwei weitere Männer warteten. Der Audi sei zuvor in Schermbeck gestohlen und mit Kennzeichen versehen worden, die in Friedrichsfeld entwendet wurden, sagte der Beamte. Nach Überfällen und Blitzeinbrüchen sei es meist so, dass gestohlene Fahrzeuge innerhalb von zwei Kilometern gewechselt würden. Rund zwei Wochen später habe er das Auto auf einem Schotterparkplatz in der Nähe der alten Feuerwache gefunden, nur knappe 300 Meter Luftlinie vom Tatort entfernt.

Etwa fünf Monate später habe eine Spur zum Angeklagten geführt. Der sei aufgrund diverser Ermittlungsverfahren in Süddeutschland schon bekannt gewesen. Es habe sogar schon ein Haftbefehl bestanden. Kurz nach der Tat habe man auch überlegt, ob es sich um einen fingierten Überfall handeln könnte, verriet der Beamte. Dazu hatte unter anderem das unbesonnene Verhalten des Geldboten geführt. Der war nach dem Überfall nämlich erst einmal in die Bäckereifiliale zurückgekehrt, anstatt den Notruf zu wählen oder um Hilfe zurufen.

"Bevor die Polizei ins Spiel kam, war schon viel Zeit vergangen", bedauerte er. Dem Angeklagten werden auch zwei Einbrüche vorgeworfen. Wenige Wochen vor dem Überfall soll er die Scheibe eines Wohnhauses eingeschlagen und Schmuck sowie Bargeld entwendet haben. Auch ein weiterer Einbruch im August vergangenen Jahres in Voerde wird ihm zur Last gelegt. Durch ein Fenster im ersten Stock soll er in ein Wohnhaus eingestiegen und Schmuck im Wert von rund 20 000 Euro gestohlen haben.

Ein Teil der Beute wurde später bei Familienmitgliedern sichergestellt. Auch gegen die Schwestern des 41-Jährigen, sagte der Richter. Die Frauen kündigten bereits an, dass sie keine Angaben machen wollen.

(BL)
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