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Serie Dormagen Und Seine Stadtteile
Anwohner hegen und pflegen das Hackhauser Kapellchen

Serie Dormagen Und Seine Stadtteile: Anwohner hegen und pflegen das Hackhauser Kapellchen
Ehrenbrudermeister Willi Nicolini (l.) mit dem Ehepaar Daniela und Klaus Venn, die die Kapelle und die Außenanlagen pflegen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die kleine Kapelle an der Grenze zu Köln wird seit vielen Jahren von Anwohnern gepflegt, die Steine spendeten die Besitzer von Schloss Arff. Echte Madonna-Figur wird in der Pfarrei St. Katharina aufbewahrt. Von Christine Sommerfeld

HACKHAUSEN Wer von Hackhausen aus "zu Fuß nach Kölle" gehen möchte, braucht sich nicht groß anzustrengen: Der Stadtteil im Süden von Dormagen grenzt direkt an das Kölner Stadtgebiet. Von der Hackhauser Straße Richtung Süden ist es nur ein kurzer Weg bis zu Schloss Arff am Rand des Chorbusches. Am Ortsausgang kommt der Spaziergänger an einer kleinen Kapelle vorbei, die etwas versteckt unter den Kronen von zwei großen Linden steht. Von dort sind es nur ein paar Meter bis zu dem Stein, der die Grenze zu Köln markiert.

Die Kapelle, ein Ziegelsteinbau mit Rundbogenportal aus dem Jahr 1870, steht unter Denkmalschutz. Hinter einer Gittertür ist die Statue einer Pietà zu sehen, an der rechten Seite brennt ein elektrisches "ewiges Licht", an der linken ist eine Messingtafel mit Bildern und Namen der Vermissten und Gefallenen der beiden Weltkriege aus dem Ort angebracht. Die kleine Kapelle wird seit vielen Jahrzehnten von Frauen aus dem Ort gepflegt. Vor einigen Jahren hat Daniela Venn diese Aufgabe übernommen. Sie sorgt für jahreszeitlich passende Dekoration in der Kapelle, ihr Mann Klaus pflegt die Außenanlagen. Vor etwa 15 Jahren ist das Ehepaar an die Hackhauser Straße gezogen: "Wir haben eine gute Nachbarschaft hier, jeder kennt jeden", berichtet die 47-Jährige. An der Hackhauser Straße wohnt auch Willi Nicolini (71), Ehrenbrudermeister der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Hackenbroich-Hackhausen. "In meiner Jugend war das Tor der Kapelle nie abgeschlossen", sagt Nicolini. Trotzdem sei nie jemand unbefugt hineingegangen, "das tat man damals nicht."

Erst als mit dem Erlös der Feier zum 900-jährigen Bestehen von Hackhausen im Jahr 1980 die Kapelle renoviert wurde, sei aufgefallen, dass die Madonna aus dem 15. Jahrhundert stamme und sehr wertvoll sei. Inzwischen wird die Figur in der Pfarrei St. Katharina sicher aufbewahrt - in der Kapelle steht ein damals angefertigtes Duplikat. Auch über die Steine der Kapelle kann Nicolini eine Geschichte erzählen: "Es sind die gleichen wie die der Pfarrkirche St. Katharina in Hackenbroich. Sie wurden von den Besitzern von Schloss Arff gespendet." Sein Interesse an der Heimatforschung hat Willi Nicolini an seinen Sohn Markus weitergegeben. Der 45-Jährige, der ebenfalls in Hackhausen lebt, hat ein großes Buch mit vielen historischen Fotos zur Ortsgeschichte zusammengestellt. Sein "Hackeser Buch" könnten sich Nachbarn und andere Interessierte gerne bei ihm ausleihen, sagt Markus Nicolini, der auch alle zwei Jahre ein Straßenfest in Hackhausen organisiert. Die kleine Kapelle sei ein Teil der Ortsgeschichte und vor allem vielen älteren Bewohnern wichtig: "Sie bleiben oft dort stehen und blicken hinein."

Quelle: NGZ
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