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Dormagen
Delrather bauen Kirchenlandschaften

Dormagen: Delrather bauen Kirchenlandschaften
Alfred Globisch (l.) und Gregor Segschneider schmücken die Kirche St. Gabriel in Delrath mit ihren Bauten und Dekorationen. FOTO: A. Woitschützke
Dormagen. Zwei Nievenheimer Familien stellen in der Kirche St. Gabriel in Delrath Landschaften und Ereignisse des Kirchenjahres dar: Von der wachsenden Weihnachtskrippe bis zum Kreuz und Grab zu Ostern. Erweiterungen sind gewünscht. Von Carina Wernig

Was man vor Augen hat, bleibt besser im Gedächtnis. So sollen Darstellungen passend zum Kirchenjahr die Besucher der Kirche St. Gabriel in Delrath zum Beten, Meditieren oder einfach "nur" zum Anschauen anregen. "Wir wollen gern dazu beitragen, dass der Glauben noch ein Stück weit erfahrbarer wird", erklärt Alfred Globisch seine Motivation, für die Kirche eine riesige Weihnachtskrippen-Landschaft und ein Kreuz mit Grabhöhle für die Osterzeit zu bauen. Gemeinsam mit Gregor Segschneider, der die künstlerische Gestaltung übernommen hat, und ihren Familien hat er nun eine schöne Tradition begründet: Die kirchlichen Ereignisse darzustellen mit dem Ziel: "Die Kirche soll für Kinder und Erwachsene noch interessanter werden."

Auch der Leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Dormagen-Nord, zu dem St. Gabriel Delrath gehört, ist begeistert. Pfarrer Klaus Koltermann freut sich über die schöne Ergänzung, die dem Kirchenraum Farbe verleiht: "Eine tolle Initiative." Und die kommt aus der Mitte der Gemeinde, denn weder Globisch noch Segschneider bekleiden ein Amt innerhalb der Pfarre. Der Elektrotechniker Alfred Globisch (54) ist dabei für die Technik und die Grundgestelle zuständig, Der Kunstpädagoge Gregor Segschneider (49) malt und gestaltet die Hintergründe und die Landschaft.

Den Anstoß für die "Bau-Tätigkeit" gab, dass Globisch "Weihnachten etwas fehlte". Der gebürtige Pole kennt aus seiner schlesischen Heimat große ausladende Krippen und so fragte er Pfarrer Koltermann, ob er auch für St. Gabriel eine solche Krippen-Erweiterung künstlerisch gestalten dürfe. Er durfte. Und so entstand ab 2014 nach und nach eine Landschaft mit fließendem Bach, neuen Figuren und Sternenhimmel. "Da haben wir alle mitgeholfen", erzählt Gesine Segschneider, deren Lieblingsszene die von Maria im Dornwald ist. Denn es tut sich immer etwas in den Kirchenlandschaften, sie verändern sich je nach Ereignis: "Von der Verkündigung an Maria über die Herbergssuche bis zu den drei Königen", berichtet Globisch. Gerade diese verschiedenen Erzählungen, die aufgegriffen werden, machen das Betrachten spannend.

Die beiden Nievenheimer Familien lernten sich näher kennen, als ihre jüngsten Kinder gemeinsam in St. Gabriel zur Kommunion gingen. So hatte Alfred Globisch als erste Arbeit einen Kelch mit Hostie und Fahne zur Kommunion-Dekoration entworfen. Die monatelange Zusammenarbeit macht beiden Ehepaaren, zu denen Dorothea Globisch gehört, viel Spaß, daher wurde sie jetzt auch auf die Osterzeit ausgeweitet - weitere Projekte sind nicht ausgeschlossen: "Am schönsten wäre es, das ganze Jahr abzubilden", sagt Segschneider lachend. Für Ostern wurde nun erstmals das "Gottes Grab" nachgebaut, in dem die Jesus-Figur nur in der Nacht von Karfreitag bis Karsamstag lag - danach wurde die Auferstehung auch im Kirchenraum nachvollzogen.

Quelle: NGZ
 
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