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Dormagen
DLRG fordert Badneubau in Dormagen
Dormagen: DLRG fordert Badneubau in Dormagen
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft trainiert ihre Mitglieder im Hallenbad Dormagen sowie in der Römertherme. FOTO: Hans jazyk
Dormagen. Für die Dormagener Vereine gebe es aktuell kein geeignetes Ausbildungsbad, kritisiert die DLRG. Sie befürwortet die Neubaupläne für ein zentrales Hallenbad. Die BI Bad lehnt dieses ab und erwartet den Bürgerentscheid zuversichtlich. Von Marcus Hammes

Am 10. März entscheiden die Dormagener in einem zweiten Bürgerentscheid über die Zukunft ihrer Bäderlandschaft. Mit ihrer aktuellen Lebensretterbeilage bringen sich nun auch die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in die Diskussion ein. Ihr Vorsitzender, Carsten Gösch, spricht sich eindeutig für einen Badneubau in Dormagen aus. Seiner Meinung nach verfügten die Dormagener Vereine derzeit über kein geeignetes Ausbildungsbad. Eine Renovierung der vorhandenen Hallenbäder verbaue für die kommenden 30 bis 40 Jahre die Chance auf ein neues Bad.

"Alle Vereine, die in Dormagen Anfängerschwimmen anbieten, sind benachteiligt", sagt Gösch. Das Hallenbad an der Robert-Koch-Straße sei selbst im Nichtschwimmerbereich zu tief, um Kindern unter fünf Jahren das Schwimmen beizubringen. "Das neue Bad würde viel größere Trainingsmöglichkeiten bieten, die den Kindern eher Lernerfolge ermöglichen", erklärt der DLRG-Vorsitzende. Diese Trainingsmöglichkeiten seien in Nievenheim durch einen Hubboden im Bad gegeben, trainieren dürfe die DLRG dort allerdings nicht.

Ein solcher Boden wäre nach Göschs Angaben auch im Ausbildungsbecken des neuen Bades geplant. "Seit Anfang der 90er-Jahre gibt es in Dormagen ein Bäderkonzept, das die Nutzung des Nievenheimer Bades den dortigen Vereinen und Schulen vorbehält", erklärt Gösch. So nutze die DLRG das Hallenbad Dormagen sowie zur Ausbildung von Langstreckentauchern auch die Römer-Therme.

Kerstin Born, die treibende Kraft der Bürgerinitiative Bad (BI Bad), hält nichts von der gemeinsamen Nutzung eines neuen Hallenbades: "Die Kapazitäten reichen nicht für alle Nutzer. Ich befürchte zudem, dass es viele Beschwerden gibt, wenn Vereins- und Schulsport sowie öffentlicher Badebetrieb parallel laufen", sagt sie. Gösch ist sich sicher, dass es dafür eine Lösung gibt. "Wir sind doch erwachsene Menschen, wir werden uns einigen", meint er. Wichtig sei, dass die weitere Diskussion weniger "auf Besitzstandswahrung aus ist", fügt der Vorsitzende hinzu.

Doch Gösch unterstreicht noch einen weiteren Punkt. "Wenn wir uns für einen Neubau aussprechen, dann geschieht dies immer auf Grundlage der nun vorliegenden Planungen", erklärt er. Demnach sei vorgesehen, ein neues Hallenbad in Dormagen mit acht 25-Meter-Bahnen sowie einem Nichtschwimmer- und Lehrbecken zu errichten. Im Gegenzug für das neue Bad würden die bestehenden Hallenbäder in Nievenheim und Dormagen nicht saniert und geschlossen. "Die Planung ist gut für Dormagen und die Schwimmausbildung in der Stadt. Die Politik darf nur bei einer Zustimmung beim Bürgerentscheid für den Neubau nicht anfangen, das geplante Bad kleinzusparen", erläutert der DLRG-Chef.

Kerstin Born ist unterdessen hoffnungsvoll, dass sich die Dormagener am 10. März für den Erhalt der vorhandenen Hallenbäder aussprechen. "Ich bin positiv gestimmt. Allerdings ist es schwierig, Leute zu mobilisieren", sagt sie. Die Bürgerinitiative werde daher als Gruppe in verschiedenen Karnevalsumzügen für ihr Anliegen werben und am Wahlsonntag einen privaten Fahrdienst für nicht mehr mobile Bürger zu den Wahllokalen anbieten. "Wir setzen zudem stark auf Briefwahl", erklärt Born.

Um weitere Unterstützer für den Erhalt der Bäder zu finden, hat die Bürgerinitiative jetzt zu einem Treffen aller Dormagener Vereine eingeladen. "Wir wollen über unser Anliegen informieren und Netzwerke bilden, die uns Unterstützung bringen. Allein das Engagement unserer ehrenamtlichen Helfer reicht nicht aus", so Born. Das Treffen der Vereine findet am Donnerstag, 10. Januar, um 19 Uhr in der Gaststätte "Zum Anker" in Nievenheim statt.

Quelle: NGZ
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