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Dormagen
Drogenberatungsstelle sucht neuen Raum

Dormagen: Drogenberatungsstelle sucht neuen Raum
Susanne Rückheim von der Neusser Drogenberatungsstelle bietet Sprechstunden in Dormagen an, links Leiter Norbert Bläsing. FOTO: A. Woitschützke
Dormagen. Die Außenstelle der Jugend- und Drogenberatung Neuss in Dormagen muss umziehen. Die Raumsuche erweist sich als schwierig. Von Anneli Goebels

Susanne Rückheim hat augenblicklich noch einen Nebenjob. Die Diplom-Sozialarbeiterin, die seit 2007 einmal pro Woche von der Jugend- und Drogenberatung Neuss nach Dormagen kommt, ist zurzeit nicht nur für Beratungsgespräche zuständig, sondern auch für die Suche nach einer neuen Unterkunft. Und das erweist sich als gar nicht so leicht, vor allem auch deshalb, weil es möglichst nichts kosten soll - wie aktuell.

So war die Beratungsstelle von 2007 bis 2010 im Bürgerhaus Hackenbroich untergebracht, danach bis 2013 im Sozialen Zentrum. Dann kam das Angebot einer Substitutionspraxis an der Emdener Straße im Gewerbegebiet Top West, unentgeltlich dort einen Raum zu nutzen. "Ein guter Standort", sagt Susanne Rückheim, und das aus zwei Gründen: zum einen, weil der Bahnhof in der Nähe sei, zum anderen, weil sich ein Industriegebiet nicht zur "Szenenbildung" anböte, so Rückheim. Doch Ende des Monats ist dort Schluss, die Räume werden für ein Unternehmen benötigt, das bereits dort angesiedelt ist, sich aber vergrößern will. "Mitte November wurde uns zu Ende Januar gekündigt. Wir haben aber noch einen Monat Verlängerung bekommen", sagt Rückheim. Mitte November habe sie das auch der Stadt mitgeteilt. Die empfahl, so die 51-Jährige, wieder zurück ins Bürgerhaus Hackenbroich zu gehen. "Das geht aber nicht, weil dort inzwischen auch die Polizei eingezogen ist", sagt Rückheim. Und sie machte sich auf die Suche, fragte nach, unter anderem beim Internationalen Bund, der Caritas, dem Jugendmigrationsdienst, der Diakonie - Fehlanzeige. "Entweder, es stand kein Raum zur Verfügung oder aber die Miete war zu hoch", sagt Susanne Rückheim. Positiv habe sich die "Alte Apotheke" geäußert, allerdings erst mit einer Vermietung ab Juni. "Das ist zu spät." Ein positives Signal gab es auch von der Baptistenkirche. Einen Raum für 150 Euro Miete pro Monat. "Das habe ich an die Stadt weiter geleitet, aber noch nichts gehört", so Rückheim. Heute erwartet sie noch Angebote vom Haus für Horrem und der Pfarre St. Michael. Allerdings ist sie sich sicher, dass die nicht mietfrei sein werden. Wer aber wird's bezahlen?

Sicher nicht die Stadt Neuss. Denn wie der zuständige Neusser Beigeordnete Stefan Hahn auf Anfrage mitteilt, beruhe das "Neusser Angebot" auf einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung und gelte für alle Kommunen des Rhein-Kreises, die das Beratungsangebot in Neuss wahrnehmen können. Die Personalkosten trügen mehrheitlich die Stadt Neuss und der Rhein-Kreis, die Kommunen seien geringfügig beteiligt. "Wünschen sie eine zusätzliche Beratung vor Ort, müssen sie für die entsprechenden Räumlichkeiten sorgen", sagt Hahn.

"Wir werden der Beratungsstelle bei der Raumsuche behilflich sein, haben jedoch im Haushalt kein Geld dafür eingestellt, das Angebot finanziell zu fördern", hatte der Dormagener Beigeordneter Robert Krumbein vergangene Woche nach der Ratssitzung gesagt. Und: "Wir halten dieses Angebot vor Ort hier für sehr wichtig."

Quelle: NGZ
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