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Dormagen
Europas größte Altglasaufbereitung

Dormagen: Europas größte Altglasaufbereitung
Betriebsleiter Achim Schloßmacher (r.) erklärt Besuchern die G.R.I.-Anlage an der Edisonstraße. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Firma G.R.I. Glasrecycling NV in St. Peter informierte über ihre Tätigkeit. Von Melanie van Schyndel

Was passiert mit dem leeren Marmeladenglas, das ich in den Altglascontainer geworfen habe? Die meisten Leute wissen: Altglas wird irgendwie recycelt - aber wo und wie? Antworten lieferte am Samstag die im Gewerbegebiet St. Peter ansässige G.R.I. Glasrecycling NV beim Tag der offenen Tür.

Bundesweit waren die Glasaufbereitungsanlagen von der Initiative der Glasrecycler dazu aufgerufen, Bürger hinter die Kulissen der Unternehmen schauen zu lassen. "Die Aktion ist eine tolle Sache, um das Bewusstsein für die wirtschaftliche Tätigkeit und das ökologische Bewusstsein zu schulen", meint Stephan Müller, Geschäftsführer der G.R.I. In der größten Anlage Europas werden jährlich 160.000 bis 170.000 Tonnen Hohlglas (Behälter) und zwischen 30.000 und 40.000 Tonnen Flachglas aufbereitet.

Ein Gang über das große Firmengelände lässt schnell erahnen, in welchen Dimensionen dort Glas recycelt wird: Jede Art von Glas hat seine eigene Sammelstelle. Es gibt Stellen für Flachglas, auch aus dem Automobilbereich, für Braunglas in unterschiedlicher Sortierung, Abfüllerscherben in Weiß oder Grün, Verbundgläser und vieles mehr. In einer hochtechnisierten Anlage werden Störstoffe wie Etiketten, Deckel oder Folien, falsche Flaschen, Müll, Keramik und andere Materialien entfernt. Das Glas wird zerkleinert, durchläuft in der riesigen Anlage mehrere Stufen, in denen die Störstoffe immer wieder gesiebt und abgesaugt werden. Am Ende steht ein Rohstoff, der wieder an die glasverarbeitende Industrie geht.

"Glas ist zu 100 Prozent ohne Qualitätsverlust wiederverwertbar", erklärt Stephan Müller, "und Recyclingglas ist die wichtigste Grundlage bei der Herstellung von Behälterglas." Neue Glasflaschen bestehen bis zu 60 Prozent aus Recyclingglas, bei Grünglasflaschen sind es sogar bis zu 90 Prozent.

Wichtig ist, dass Verbraucher die Farben trennen, Weißglas, Grünglas und Braunglas richtig sortieren und keine Abfälle und Unrat im Altglascontainer entsorgen. Auf den meisten Containern sind Hinweise, was hinein gehört und was nicht. Stephan Müller bringt es auf den Punkt: "Wenn man sich bewusst macht, dass durch das Recycling von nur einer Flasche ein Fernseher 20 Minuten lang mit Strom versorgt kann - dann ist das doch genug Anreiz für richtige Altglasentsorgung!"

Die G.R.I. bietet auch Führungen an, etwa für Schulklassen. Info: www.gri-glasrecycling.de

Quelle: NGZ
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