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Dormagen
Gesundes für die Pause

Dormagen: Gesundes für die Pause
Anneke (6): Das Gesunde isst sie immer zuerst. FOTO: NGZ
Dormagen. An der Erich-Kästner-Grundschule wird gesunde Ernährung groß geschrieben. Das sieht man an den Butterbrotdosen. Süßigkeiten? Fehlanzeige. Das neue Schulobstprogramm wird "geschwänzt" – ganz bewusst. Von Stephanie Lichius-Engels

Orangen, Kiwi, Möhren und Äpfel, dazu ein Vollkornbrot: Was andere Kinder oft mit einem "Bääääh" quittieren, mögen die Pänz der Erich-Kästner-Grundschule richtig gern. So wie Anneke. Die Sechsjährige isst gern gesund. Das hat sie so gelernt, und das ist ihr quasi in Fleisch und Blut übergegangen.

Auch der siebenjährige Ole hat normalerweise immer ein Vollkornbrot und Obst für die Frühstückspause dabei. Heute aber haben seine Eltern ihm Kuchen mitgegeben. Nicht irgendeinen Kuchen – Geburtstagskuchen! Ole ist am Wochenende sieben Jahre alt geworden und die Leckerei teilt er natürlich mit seinen Mitschülern. Kuchen oder überhaupt süße Sachen sind in der Erich-Kästner-Schule die absolute Ausnahme.

"Unsere Kinder lernen vom ersten Schuljahr an, was gesund ist und was nicht. Was lange satt macht und was nur einen kurzen Energieschub gibt", erklärt Schulleiterin Monika Scholz. Auch den Eltern wird das bei einem Info-Gespräch vor der Einschulung deutlich gemacht. "Optimalerweise haben die Kinder dann jeden Tag ein Vollkornbrot dabei und Obst oder Gemüse", sagt die 54-Jährige. "Bananen, Äpfel, Weintrauben oder Erdbeeren, Paprika, Kohlrabi, Möhren oder Schlangengurke. Hauptsache, die Kinder essen es." Gefrühstückt wird um 9.30 Uhr, und zwar in der Klasse und nicht auf dem Schulhof.

Olivia mag sogar Kresse. Die streut sich die Zehnjährige über ihr Schmierkäse-Brot weil sie weiß, dass da besonders viel Vitamin C drin ist. Sollte ein Kind mal sein Frühstück zu Hause vergessen haben, geben ihm alle anderen etwas ab. "Wir haben das Gefühl, dass unsere Ernährungs-Erziehung Früchte trägt und die Kinder untereinander Verantwortung übernehmen", sagt die Schulleiterin stolz.

Am neuen "Schulobstprogramm" in Nordrhein-Westfalen nimmt die Dormagener Schule ganz bewusst nicht teil. 100 Gramm Obst oder Gemüse soll da jedes Kind pro Tag bekommen. Das wird morgens angeliefert, soll mit den Kindern zusammen klein geschnitten werden. Monika Scholz: "Als Projekt würden wir das machen, aber kein Kind schnibbelt nach drei Wochen noch jeden Morgen. Dann war die Frage der Kompostierung der Reste und wer ist hier, wenn die Stellagen abends wieder abgeholt werden? Da ist unser Konzept, die Kinder und auch die Eltern zu gesundem Essen zu erziehen, sicher besser."

Quelle: NGZ
 
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