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Dormagen
Kai Weber soll CDU-Ratsfraktion führen

Dormagen: Kai Weber soll CDU-Ratsfraktion führen
Dormagen. Der Partei-Vize gilt nun auch als Favorit auf die Heryschek-Nachfolge. Aber es gibt ein Problem. Der Neue ist noch kein Ratsmitglied. Doch eine Lösung ist in Sicht. Wenn Norbert Dahmen ausscheidet, rückt Kai Weber in den Rat nach. Von Klaus D. Schumilas

Vierzehn Tage nach dem Abstimmungsdebakel im Stadtrat und eine Woche nach dem Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden André Heryschek stellt sich die CDU personell neu auf. In einer Sitzung der Ratsfraktion, an der auch die Wahlkreisinhaber teilnahmen, wurde zwar noch kein neuer Fraktionschef bestimmt, aber die Weichen dafür gestellt, dass Kai Weber heute in zwei Wochen zum neuen Vorsitzenden gewählt werden kann. Kurios: Der amtierende stellvertretende Parteivorsitzende ist zurzeit überhaupt kein Ratsmitglied.

Dieses formale Hindernis wird jedoch zur Seite geräumt, weil Norbert Dahmen und Parteivorsitzender Frank Goertz die Fraktion verlassen werden. Beide aus beruflichen Gründen. Dadurch wird der Weg frei für die Nachrücker Kai Weber und Thomas Sollig, die übrigens beide ihre Wahlkreise in Rheinfeld haben. "Mir fehlt zwar die gewisse Erfahrung in der Ratsarbeit und in der Führung einer Fraktion", so der 49-jährige Weber, "aber mit der Unterstützung des Fraktionsvorstands, der unverändert bleibt, wird mir dies gelingen", ist er überzeugt. "Ich werde meinen Weg finden." Die Probeabstimmung am Montag Abend hat Weber jedenfalls schadlos überstanden, niemand votierte gegen ihn. "Es gab zwar Enthaltungen, aber das ist normal, weil diese Parteifreunde mich erst noch näher kennenlernen wollen."

Am 17. Mai wird gewählt. Bis dahin leitet Stellvertreter Jo Deußen die Fraktion. Der 38-jährige Fraktionsvize galt als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Heryschek. Doch er winkte ab: "Meine berufliche und persönliche Situation lassen dies nicht zu", sagt der Vater von drei kleinen Kindern. "Der Zeitaufwand ist sehr groß." Als Vize bleibt er im Amt, ebenso wie seine Vorstandskollegen Sonja Müller, Dieter Leuffen und Karl-Heinz Heinen.

Die Kandidatur Webers wirkt sich unmittelbar auf den Stadtverband aus. Denn dort wird Vorsitzender Frank Goertz sein Amt vorzeitig zur Verfügung stellen, weil er aus beruflichen Gründen in die Pfalz zieht. Eigentlich wollte Weber ihn am 20. Mai beerben. Jetzt muss dringend ein neues Gesicht her. Weber sagte, dass er bereits Gespräche mit drei möglichen Bewerbern geführt und "nur eine Absage" erhalten habe. Als mögliche neue Partei-Vize kommt Geschäftsführerin Carola Westerheide in Betracht. "Wir werden eine gute Mannschaft haben", so Weber.

Den Gesprächen über die personelle Neuausrichtung war ein erster Austausch über die Vorkommnisse in der letzten Ratssitzung vorangegangen. Dort hatten wahrscheinlich sieben von 15 CDU-Stadtverordneten sich bei der Abstimmung über die Erweiterung der Gesamtschule Nievenheim nicht an die vorherige Absprache gehalten. Der CDU und den Partnern Zentrum und FDP bescherte dies eine krachende Niederlage. In der Sitzung verließ die FDP das bürgerliche Bündnis. Tage später trat Fraktionsvorsitzender André Heryschek zurück und verzichtete auch auf eine Landtagskandidatur. "Wir haben Tacheles gesprochen", sagte Jo Deußen. "Ich glaube, die Fraktion hat daraus gelernt." Das Thema sei damit jedoch noch nicht vom Tisch und werde in einer weiteren Sitzung erneut aufgerufen und diskutiert.

Kai Weber, der bei Currenta in verantwortlicher Position arbeitet, will die gegensätzlichen Strömungen in der CDU überwinden. "Ich war an dieser Abstimmung nicht beteiligt und kenne auch viele Protagonisten von früher nicht. Das ist die Gnade der späten Geburt. Ich möchte eine geeinte CDU präsentieren."

Quelle: NGZ
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