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Dormagen
Projekt Mängelmelder ist ein Erfolg

Dormagen: Projekt Mängelmelder ist ein Erfolg
Bauschutt, eine defekte Laterne und wilder Müll: Die Dormagener informieren die Verwaltung über Ärgernisse und Gefahrenquellen. FOTO: Stadt Dormagen
Dormagen. Schlagloch, Dreckecken, kaputte Schilder - über Handy und Internet machen Bürger die Stadt auf Problemstellen aufmerksam. Von Carina Wernig

Abgeladener Müll, abgerissene Äste, zugewachsene Wege oder ein umgeknicktes Verkehrsschild - die Liste der Gefahrenquellen oder Ärgernisse ist lang. Seit vier Jahren können die Dormagener diese Problemstellen auf direktem Weg über den "Mängelmelder" der Stadt Dormagen per Handy oder Internet kundtun - und auch im Foto dokumentieren. Die Verwaltung kümmert sich um die Abarbeitung - und lässt die Bürger auf der Online-Plattform (über www.dormagen.de) an Fortschritten teilhaben.

Insgesamt nutzen bisher 2264 Bürger die Möglichkeit, dass die von ihnen entdeckten Schlaglöcher, Dreckecken und dunkle Stellen schnell beseitigt werden. Auch die Stadt ist "sehr zufrieden", dass der "Mängelmelder" so gut angenommen wird, wie Pressesprecher Swen Möser erklärt: "Die Bürger sind die Augen und Ohren für unsere Verwaltung, die nicht das ganze Stadtgebiet zu jeder Zeit kontrollieren kann." Es sei sehr gut, dass die Dormagener ihr Umfeld so aufmerksam im Blick hätten. Die Beseitigung der Mängel geschehe recht schnell, wie Möser ausführt: "Kleinere Reparaturen sind in zwei Tagen erledigt."

So wurde illegal in einer Ecke des Hofes der Alten Schule in Hackenbroich abgeladener Sperrmüll, der am 18. Juli per Handy gemeldet wurde, zwei Tage später in Angriff genommen - am 23. Juli meldete die Verwaltung Vollzug: "Vielen Dank für Ihren Hinweis. Der Müll wurde entsorgt." Nach der Meldung am 21. Juli über einen verstopften Gully auf dem Parkplatz Unter den Hecken, um den sich bei starkem Regen ein "großer See" bildet, wurden die Rohre bereits am nächsten Tag gereinigt. Auch die defekte Laterne an der Fußgängerbrücke von Dormagen nach Rheinfeld konnten Mitarbeiter der Stadtverwaltung bereits einen Tag nach der Information reparieren. Noch auf Klärung wartet der Bauschutt, der auf einem Feldweg in St. Peter liegt, die Anfrage befindet sich ebenso noch "in Bearbeitung" wie der illegale Müll an der Neusser Straße am "Strabi".

Nicht immer können jedoch Sofort-Maßnahmen eingeleitet werden: Anregungen, wie mit "Wildparkern" in der Grünanlage Unter den Hecken umzugehen ist, wurden nicht sofort umgesetzt, aber an das Ordnungs- und das Grünflächenamt weitergeleitet.

Diese Form der Bürgerbeteiligung wurde 2011 in Dormagen als erster Stadt in Deutschland eingerichtet. "Erfreulich ist, dass die Bürgerbeteiligung in Dormagen gestiegen ist, was die Bereitschaft der Bürger zur politischen Partizipation in ihrer Stadt zeigt", betont Theresa Steffens, Projektleiterin der "wer denkt was GmbH". Das auf digitale Bürgerbeteiligung spezialisierte Unternehmen - von der Technischen Universität Darmstadt gegründet - hat den Mängelmelder entwickelt.

Auch Lob findet sich im "Mängelmelder": So wird das Statement "Toll, dass der Weg mit Kies aufgeschüttet wurde!" mit einem Foto des Kieswegs hinter dem Michaelsweg geschmückt - auch das kommentiert die Verwaltung: mit einem Dank, der an die zuständigen Kollegen weitergegeben werde.

Quelle: NGZ
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