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Dormagen
Schlechtes Wetter, schlechte Geschäfte

Dormagen: Schlechtes Wetter, schlechte Geschäfte
Deutlich weniger zu tun als normalerweise während der Sommermonate, hat auch "Piwipp"-Kellnerin Anna Mai. FOTO: salz
Dormagen. Regen, Regen, Regen - gefühlt ist das Wetter bereits seit Monaten schlecht. Zu schaffen machen die heftigen Regenfälle und Gewitter besonders denen, die ihr Geld bei schönem Wetter verdienen. Die Landwirtschaft beklagt Ernteausfälle. Von Marcus Hammes

Willi Feiser hat den Regen satt. Ein Schauer reicht aus und auf den Feldern des Broicher Landwirts stehen große Pfützen - so übersättigt seien die Böden. "Für die Pflanzen ist das viele Wasser schlecht. Gerade bei den Erdbeeren haben wir hohe Ernteausfälle, Salat und weitere Gemüse können wir aktuell nicht pflanzen", sagt er. Für Landwirtschaft, Ausflugsgastronomie und all diejenigen, die mit Angeboten an der frischen Luft Geld verdienen, ist der Juni ein wirtschaftlich schlechter Monat. Ein Überblick über das Stadtgebiet:

Landwirtschaft 60 Prozent Ernteausfall bei den Erdbeeren. Bei den Kartoffeln und Zuckerrüben drohen Ausfälle wegen Pilzbefalls oder Fäulnis. Welche Auswirkungen das viele Wasser auf den Spargel hat, werde erst während der nächsten Saison sichtbar. Auch beim Getreide ist die Situation schlecht: "Da die Ähren permanent nass sind, legt sich das Getreide teilweise", erklärt Feiser. Das Korn könnte so an Qualität verlieren. Seine Erntehelfer habe er teilweise bereits abreisen lassen.

Still ruht der See: Nur an acht Tagen konnten die Kreiswerke Grevenbroich den "Strabi" bisher in diesem Monat öffnen. FOTO: Georg Salzburg

Bäder An nur neun Tagen war der Badebereich am Straberg-Nievenheimer See bisher im Juni geöffnet. "An diesen Tagen hatten wir insgesamt rund 400 Besucher. "Der Saisonstart war bisher ganz schlecht", sagt Daniel Caspers, der sich bei den Kreiswerken um die Badeseen kümmert. Zum Vergleich: Im Juni 2015 war an 18 Tagen geöffnet, es kamen 3000 Besucher. 2000 Schwimmer weniger als im Vorjahresmonat verzeichnet das Team der Römer-Therme. "Gewitter und Unwetterwarnungen sind für uns als Freibad besonders schlecht", erklärt Frank Neuenhausen vom TSV Bayer Dormagen. Rund 12.000 Besucher kamen bisher im Juni, 1250 allein am vorigen Donnerstag als das Thermometer 35 Grad zeigte. Neuenhausens Hoffnung liegt auf den Sommerferien.

Gastronomie Waltraud Schierhorn setzt aktuell besonders auf den Verkauf von Torten. "Das Eis- und Terrassengeschäft läuft bei diesem Wetter schlecht", sagt sie. Ein Unwetter habe den großen Sonnenschirm auf der Terrasse der Konditorei schwer beschädigt. Der ist ersetzt, doch nun fehlt die Sonne. Probleme bereitet das unbeständige Wetter auch bei der Personalplanung, wie auch Monika Romp vom Fährhaus Piwipp berichtet: "Das Personal muss flexibel sein. An manchen Tagen gibt es keine Arbeit und ich muss Schichten absagen." Die Ausflügler bleiben fast völlig aus. Ruderer, die dem Wetter und dem hohen Rheinpegel trotzen, halten der Piwipp die Treue.

60 Prozent der Erdbeeren hat der Starkregen vernichtet. Landwirt Willi Feiser muss viele Früchte entsorgen. FOTO: ati

Zonser Fähre Weniger Fahrradfahrer als im Juni üblich, transportiert Fährmann Wolfgang Jansen. "Derzeit haben wir nur ein Drittel so viele Fahrradfahrer an Bord wie bei trockenem Sommerwetter", macht er deutlich und ergänzt: "Das Geschäft ist brutal schlechter."

Reisebüro Sabine Brosseit gehört zu den Profiteuren des schlechten Wetters. "Es gibt viele Familien, die kurzentschlossen in die Sonne fahren wollen", sagt die Nievenheimer Reisebüroinhaberin. Wer in den Ferien allerdings noch in die Sonne fahren wolle und noch nicht gebucht habe, benötige etwas Glück - und ein gut gefülltes Portemonnaie.

Quelle: NGZ
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