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Dormagen
Schulleiter sorgt sich um die BvA-Aula

Dormagen: Schulleiter sorgt sich um die BvA-Aula
BvA-Direktor Theodor Lindner (hier in der Aula) hält ungeachtet der Veranstaltungshallen-Pläne der Stadt einen großen Versammlungsort an seinem Gymnasium für unverzichtbar. FOTO: ANJA TINTER
Dormagen. Die Pläne der Stadt für eine Veranstaltungshalle erzeugen Unruhe, zumal unklar ist, was mit der sanierungsreifen Aula geschehen wird. Von Stefan Schneider

Für die 160 teilnehmenden Schüler des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums waren die Aufführungen ihres Musical "Alice" im Januar ein großer Erfolg. Zwei Mal spielten sie vor vollen Rängen in der Aula ihrer Schule, es gab viel Applaus. "Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt war sehr gut", erzählt Theodor Lindner, der Direktor des BvA. Es habe die Erlaubnis gegeben, den Orchestergraben zu nutzen, und der städtische Eigenbetrieb habe sogar eine Treppe eingerichtet, um dem Brandschutz Genüge zu tun. Doch jetzt macht sich Lindner Sorgen um die Zukunft der BvA-Aula (knapp 600 Plätze), die eigentlich mit einem Kostenaufwand von 1,5 Millionen Euro in Schuss gebracht werden sollte.

Grund für Lindners Unbehagen sind die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Pläne der Stadt, eine große Veranstaltungshalle mit tausend oder mehr Plätzen nach dem Vorbild der Medio.Rhein-Erft-Halle in Bergheim errichten zu lassen. Ein noch zu findender Investor soll Bauherr und Betreiber sein, die Stadt wäre Ankermieter und würde dort Zeiten und Räume für ihr Kulturprogramm reservieren, das sie gerne ausweiten würde. Die 1,5 Millionen Euro für die Aula würde die Stadt gerne sparen oder den Betrag zumindest stark reduzieren. Die Sanierung und Umgestaltung der Aula einschließlich Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes ist im Betriebsausschuss Eigenbetrieb gerade zurückgestellt worden, nachdem der gestern nach Harburg gewechselte Kämmerer Kai Uffelmann von den Überlegungen zu einer Veranstaltungshalle berichtet hatte.

Was Lindner und auch einige Politiker beunruhigt: Die Frage, wie es mit der BvA-Aula weitergeht, ist bislang nicht beantwortet. Birgit Burdag (SPD) hat ihre Meinung bereits deutlich formuliert: "Die Aula so zu lassen wie sie jetzt ist, kann überhaupt keine Maßgabe sein." Ihr Parteikollege Carsten Müller plädierte dafür, den Posten BvA-Aula im Wirtschaftsplan der Stadt trotz der Hallen-Pläne auf Stand zu halten. André Heryschek, Fraktionsvorsitzender der CDU, sieht zwar den Bedarf für eine große Veranstaltungshalle in Dormagen ("Abiturfeiern müssen zum Beispiel oft in den Kölner Raum verlegt werden"), unterstreicht aber auch: "Das BvA muss seinem Bildungsauftrag gerecht werden können." Deshalb dürfe die Aula nicht in Frage gestellt werden, höchstens der Umfang der Sanierung und Umgestaltung.

BvA-Direktor Lindner betont: "Es muss vielleicht nicht unbedingt diese Aula sein, in der alle in Reih' und Glied sitzen. Es gibt auch andere Raumformen. Aber einen größeren Veranstaltungsort mit Platz für einige hundert Menschen halte ich an unserer Schule für unverzichtbar."

Lindner erinnert daran, dass zum Beispiel an der letzten Oberstufenversammlung des BvA rund 400 Leute teilgenommen hatten. Auch für Theaterstücke und Musicalaufführungen der Schule werde die Aula gebraucht. "Dabei geht es mir weniger um die finanziellen Einnahmen durch möglichst viele Plätze, als vielmehr um einen Ort, an dem Schulleben greifbar wird", argumentiert Lindner. Die "Alice"-Aufführungen etwa hätten Schüler, Lehrer und Eltern regelrecht "zusammengeschweißt".

Quelle: NGZ
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