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Dormagen
Zuhause in der Zonser Altstadt

Dormagen: Zuhause in der Zonser Altstadt
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Wo andere einen Urlaubstag verbringen, ist Kerstin Leufgen geboren. Die Zonserin liebt die Altstadt mit ihrem besonderen Flair. Es ist ihr persönlicher Lieblingsplatz. Von Klaus D. Schumilas

Es gibt diejenigen, die gerne an einen Ort kommen, weil sie ihn einmal kennen- und dann auch lieben gelernt haben. Dann wiederum gibt es die Menschen, die zu ihrem Lieblingsort einen ganz speziellen Bezug haben: Weil sie dort geboren und aufgewachsen sind.

Wie Kerstin Leufgen, die die Zonser Altstadt daher zu ihren ganz persönlichen Lieblingsorten zählt. "Das ist halt auch ein Stück Heimat, ein Ort, der mit vielen Erinnerungen verbunden ist", sagt die gebürtige Zonserin.

Heute lebt die 34-Jährige mit ihrem Mann in Rheinfeld. Der Ortsteil liegt perfekt: "Von unserem Balkon aus kann ich Mühle, Juddeturm und die Stadtmauer von Zons sehen", sagt Kerstin Leufgen.

Dort, wo andere einen herrlichen Tag verbringen wollen, ist Leufgen aufgewachsen. In der Zehntgasse, die an Wochenenden von den Touristenströmen verschont bleibt, geht es über uriges Kopfsteinpflaster, das mit hohen Absätzen kaum unfallfrei zu belaufen ist. Dort steht ihr Elternhaus, dort schaut sie regelmäßig vorbei.

Die Kindheitserinnerungen sind noch präsent: "Die Gärten enden an einem Spielplatz. Wir konnten uns dort als Kinder frei bewegen, herrlich verstecken spielen - wir hatten viele Möglichkeiten. Jeder kannte jeden.". Besuche auf der Freilichtbühne zu Märchen oder lebender Krippe waren natürlich Pflicht. Für die junge Frau ist es heute "ein besonderes Gefühl" zu erleben, wie beliebt ihre Heimat bei Touristen ist.

Leufgen besuchte als Kind die damalige St.-Martinus-Schule und gehörte zum ersten Mädchen-Jahrgang am Norbert-Gymnasium. In ihrer Freizeit, die sie auch gerne zum Walken am Rhein nutzt, singt Kerstin Leufgen im Da Capo-Chor. "Sopran", wie sie sagt. Mit dieser Gemeinschaft hat sie auch schon an einer Nachtwächter-Führung durch Zons teilgenommen, "das war schon interessant, auch wenn man vieles kennt". Die gelernte Europasekretärin (Englisch, Französisch, Spanisch) lernte an der Euro-Akademie in Köln, ging danach für zehn Jahre in den Marketing-Bereich eines Chemie-Unternehmens ("Nein, nicht im Chempark", sagt sie mit einem Lachen), heute geht es für sie in der Etiketten-Abteilung des Unternehmens um Präsentationen, Analysen für europaweite Kunden. Sie nutzt übrigens die Fähre für den Weg zur Arbeit.

Der Rundgang führt auch am Bauernhof ihrer Großeltern am Hospitalplatz vorbei. Mächtige Tore zeugen von dieser Vergangenheit mit Pferd, Kühen und Hühnern. Die Freundschaften aus der Kindheit halten noch heute. "Per Whatsapp bleiben wir in Kontakt und treffen uns in der Weihnachtszeit", sagt Kerstin Leufgen. Kerstin Leufgen zog von Zons aus erst nach Dormagen, dann der schönen Wohnung wegen nach Rheinfeld . Eine Rückkehr nach Zons? "Nicht ausgeschlossen", sagt sie mit einem Schmunzeln, aber da muss der Ehegatte mitspielen. "Und schließlich haben wir von hier den Blick auf Zons und ich bin bei Bedarf schnell dort." In ihrer Heimat-"Stadt", wie sich Zons trotz Eingemeindung nennen darf.

Quelle: NGZ
 
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