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Düsseldorf
1100 neue Bäume für Parks und Straßen

So wurde nach Ela in Düsseldorf gepflanzt
So wurde nach Ela in Düsseldorf gepflanzt FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Düsseldorfs Parkanlagen bildeten den Schwerpunkt der zweiten Pflanzsaison nach Ela. Zwischen 30 und 45 Prozent der gerissenen Lücken konnten inzwischen mit Hilfe zahlreicher Spender geschlossen werden. Von Jörg Janssen (Text) und Andreas Bretz (Fotos)

Hofgarten-Kenner werden sich verwundert die Augen reiben, wenn sie am Nordende von Düsseldorfs bekanntestem Park ein kleines, gerade erst gepflanztes Boskop-Bäumchen entdecken. Tatsächlich handelt es sich um ein Novum, dazu um ein beziehungsreiches. Denn gleich gegenüber an der Inselstraße liegt das Standesamt. Vielen Menschen, die den Bund fürs Leben schließen, gilt der Apfelbaum als ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. "Ein älterer Düsseldorfer hat ihn für seinen Enkel gespendet. Mit dem Jungen kommt er jetzt immer in den Hofgarten und zeigt ihm den Baum, dessen Frucht ein Symbol der Zuneigung ist", sagt Gartenamtsleiterin Doris Törkel.

Wie groß die Zuneigung der Düsseldorfer zu ihrem Stadtgrün ist, belegt die Bilanz der zweiten Pflanzsaison nach Ela. Seit Herbst 2015 wurden 1107 Bäume gepflanzt. "Insgesamt Pflanzen für eine halbe Million Euro. Das ist eine enorme Summe und sucht im bundesweiten Vergleich seinesgleichen", sagt Gründezernentin Helga Stulgies.

Die Schwerpunkte der jüngsten Pflanzaktionen im Überblick:

Hofgarten Düsseldorfs zentrale Parkanlage hat aus dem ursprünglich mit gut 3,2 Millionen Euro gefüllten Spendentopf bislang 125 Bäume neu erhalten. Verlorengegangen waren in Folge von "Ela" 368 Bäume. Rund 30 Prozent konnten also wieder hergestellt werden. Im zu Ende gehenden Winterhalbjahr wurden unter anderem entlang der Seufzerallee Lücken geschlossen (15 neue Bäume) sowie entlang der Oederallee und der Inselstraße die vom Sturm zerstörten Gehölzflanken erneuert.

Rheinpark Hier fielen dem Orkan 209 Bäume zum Opfer. 92 Exemplare wurden bislang ersetzt, was einem Anteil von etwa 45 Prozent entspricht. Bei der Wahl der Standorte griffen die Gartenplaner die ursprüngliche Gestaltungsidee des damaligen Gartendirektors Walter von Engelhardt wieder auf. Vor allem an den Anfangs- und Endpunkten der Querwege wurde deshalb neu gepflanzt.

Zoopark Im Frühjahr 2014 gingen in dieser Anlage 158 Bäume verloren. Rund ein Drittel (55 Stück) hat das Gartenamt dank des großen Bürgerengagements inzwischen neu pflanzen können.

Straßenbäume Der Schwerpunkt der zweiten Pflanzsaison lag zwar bei den Parks. Dennoch wurden in den vergangenen sechs Monaten noch einmal 400 neue Straßenbäume gepflanzt. Insgesamt wurden bislang 1435 der rund 3200 verloren gegangenen Bäume ersetzt. "Hier liegt die Quote also bei circa 45 Prozent", sagt Gartenamtsleiterin Doris Törkel. Unter anderem seien beim aktuellen Durchgang die Prinz-Georg-Straße, die Simrockstraße, die Berliner Allee sowie die Wanheimer Straße berücksichtigt worden.

Stadtwald Alleine im vergangenen Herbst setzten die Mitarbeiter des Gartenamtes hier mehr als 30.000 Bäumchen in vom Sturm betroffenen Flächen ein. "Damit ist die Wiederaufforstung des Stadtwaldes zu 90 Prozent erfolgt. Bei kleineren Flächen müssen wir nicht eingreifen. Hier ist die Natur in der Lage, sich selbst zu helfen", sagt Törkel.

Einen Wermutstropfen gab es am gestrigen "Tag des Baumes" trotzdem. Der Wiederaufforstungstopf in Höhe von 3,25 Millionen Euro (Spenden sowie Landeszuschuss von einer halben Million Euro) ist bald leer. "Nur noch 350.000 Euro sind übrig, wir brauchen also nach wie vor Spenden aus der Bürgerschaft", sagt Silke Thyssen vom städtischen "Planungsteam Ela". Denn in der im kommenden November startenden dritten Pflanzsaison nach Ela soll es weitergehen mit dem Lückenschluss.

Die Grün-Experten hoffen nun, dass zwei Jahre nach dem zerstörerischen Orkan Bürger motiviert werden können, für Düsseldorfs Grün ins Portemonnaie zu greifen. Am Interesse dürfte es jedenfalls nicht scheitern. "Oft stehen die Bürger vor meinem Büro, um sich nach Details zu erkundigen", sagt Michael Hornung, der beim Gartenamt den City-Bereich verantwortet.

Quelle: RP
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