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Überflug-Manöver in Düsseldorf
Air-Berlin-Pilot entschuldigt sich für Ehrenrunde

Video: Air-Berlin-Pilot verabschiedet sich mit Manöver vom Flughafen Düsseldorf
Düsseldorf. Nach dem umstrittenen Überflug-Manöver einer Air-Berlin-Maschine hat sich der Flugkapitän zu Wort gemeldet. Er rechtfertigt die Ehrenrunde und bittet die Anwohner im Düsseldorfer Norden um Entschuldigung.

Am Montag war zum letzten Mal eine Air-Berlin-Maschine aus den USA am Düsseldorfer Flughafen gelandet. Die Piloten hatten das Flugzeug nicht direkt gelandet, sondern waren durchgestartet und hatten eine Ehrenrunde über dem Flughafengelände gedreht.

Wie "heute.de" berichtet, hatte der Flugkapitän den Passagieren das Durchstart-Manöver, einen sogenannten "Low Level Approach", angekündigt, als der Airbus den deutschen Luftraum erreichte. Demnach wandte sich der 59-Jährige an die Fluggäste kurz vor dem Anflug auf Düsseldorf und sagte, dass sich die Crew auf dem letzten Langstreckenflug von Air Berlin gebührend verabschieden wolle. Viele Passagiere hätten applaudiert. Es hätten sich aber auch einige bei den Stewardessen beschwert.

"Wir wollten niemanden gefährden, und es bestand zu keiner Zeit eine Gefahr", sagte der Flugkapitän zu "heute.de". Er und die Crew hätten mit der Ehrenrunde ihre Solidarität mit den anderen Beschäftigten von Air Berlin zeigen, aber weder Passagiere, noch Anwohner verängstigen wollen. "Bei den Fluggästen, die die Aktion kritisch sehen, und bei den Anwohnern im Düsseldorfer Norden möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen."

In 180-Grad-Kurve am Tower vorbei

Wie "heute.de" weiter berichtet, flog die Maschine von Nordosten über Wuppertal-Barmen auf die Landebahn zu. Flugsicherung und Fluglotsen seien informiert gewesen. Der Airbus sei auf eine Höhe von weniger als 100 Fuß (rund 30 Meter) gesunken, dann durchgestartet, in einer fast 180-Grad-Linkskurve am Tower vorbei geflogen und habe über Düsseldorf-Unterrath wieder an Höhe gewonnen.

Während des Manövers habe nicht der Flugkapitän am Steuer gesessen, sondern eine "First Officer" als sogenannter "Flying Pilot", schreibt "heute".de" und bezieht sich auf Unterlagen verschiedener Aufsichtsbehörden. Demnach soll es der jährliche Überprüfungsflug der "First Officer" gewesen sein. Bei diesem "line check" zeigen Piloten, dass sie die Standardprozeduren beherrschen. Hinter ihr soll ein interner Prüfer im Cockpit gesessen haben. Schließlich sei der Airbus um 8.02 Uhr mit 17 Minuten Verspätung sicher gelandet. Durch die Ehrenrunde seien 1,7 Tonnen Kerosin für rund 600 Dollar mehr verbraucht worden als vorgesehen.  

Die Cockpit-Crew wurde mittlerweile von Air Berlin vom Dienst suspendiert. "Es ist der normale Prozess, dass alle relevanten Besatzungsmitglieder bis zum Abschluss einer solchen Untersuchung vom Flugdienst befreit werden", sagte Air-Berlin-Sprecher Christian Liepack unserer Redaktion. Nach Angaben des ZDF musste die Cockpit-Crew am Donnerstag zum Rapport bei der Flugbetriebsleitung. In einer Mitteilung an die Belegschaft habe die Unternehmensleitung anschließend von einem "kritischen, fairen und konstruktiven Gespräch" berichtet und einen Appell an die Mitarbeiter gerichtet: "Bei aller Emotionalität der letzten Wochen, bitte befördern Sie unsere Passagiere weiterhin in der gewohnt professionellen Weise."

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(wer)
 
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