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Düsseldorf
Anlagefirma verklagt frühere Zamek-Chefs

Düsseldorf. Rund zwei Jahre nach dem Konkurs von Brühwürfel-Hersteller Zamek arbeitet die Justiz die Folgen auf. Am Dienstag zog eine Anlagefirma gegen drei Ex-Zamek-Chefs vors Landgericht, fordert dort von ihnen rund 130.000 Euro Schadenersatz.

Parallel dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft rund um die Zamek-Pleite an. Ein Sprecher der Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen bestätigte, man prüfe auch den Tatvorwurf eines Betruges zum Nachteil der Anleger.

Die klagende Firma fordert, die drei Ex-Zamek-Chefs für Anleihe-Käufe von Januar und Februar 2014 persönlich haftbar zu machen. So sei damals kolportiert worden, die Zamek-Produktion solle nach Polen verlegt, womöglich auch ein neuer Investor gefunden werden. Beides habe sich als falsch erwiesen. Formell können die Ex-Chefs per Prospekthaftung nicht für den Schaden der Klägerfirma herangezogen werden - außer, wenn sie Einfluss auf die Initiierung der Anleihe ausgeübt oder "ein besonderes Vertrauen hervorgerufen" hätten. Davon geht die Klägerfirma aus. Das Gericht wertet dies nach vorläufiger Bewertung anders. Es hat Bedenken, ob die Ex-Chefs von der "Hintermänner-Klausel" erfasst sind. Soll heißen: Das Gericht geht nicht davon aus, dass die Verklagten für etwaige unwahre Angaben im Prospekt haften müssen. Das Urteil steht aus.

Ungeachtet dessen prüft die Staatsanwaltschaft weiter den Anfangsverdacht des Betruges im Zusammenhang mit der Zamek-Pleite. Nach Durchsuchungen bei den Ex-Zamek-Geschäftsführern und der kistenweisen Beschlagnahme von Unterlagen und Computerdateien im Mai 2015 prüfen die Ermittler, ob Anleger über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens getäuscht worden sein könnten - und nur dadurch über eine börsennotierte Anleihe rund 45 Millionen Euro in die Firma gesteckt haben. Ein Abschluss dieser Ermittlungen ist noch nicht in Sicht.

(wuk)
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