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Nach Vorfall auf Spielplatz in Flingern
Polizei Düsseldorf schließt Schüsse auf Kind weitgehend aus

Nach Vorfall auf Spielplatz in Flingern: Polizei Düsseldorf schließt Schüsse auf Kind weitgehend aus
Der Helm zeigt deutliche Löcher. Jedoch ist unklar, ob tatsächlich jemand auf das Mädchen geschossen hat - oder nur auf den Helm. FOTO: Facebook
Düsseldorf. Offenbar hat doch niemand am Samstag auf ein vierjähriges Mädchen geschossen, das auf dem Hermannplatz in Düsseldorf spielte. Das sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Die kriminaltechnische Untersuchung habe ergeben, dass der Helm beschossen worden sei - allerdings vermutlich nicht, während das Kind den Helm trug. "Sehr wahrscheinlich", so Polizeisprecher André Hartwich, mit einem Luftgewehr, das mit so genannter Diabolo-Munition geladen war. Dabei handelt es sich um bleihaltige Kügelchen. Wer beispielsweise auf einer Kirmes auf Plastikblumen oder Plüschtüre schießt, erhält häufig diese Art von Munition. Ob tatsächlich Bleispuren nachzuweisen sind, soll jetzt eine weitere Untersuchung zeigen. "Wir haben den Helm an Kollegen vom Landeskriminalamt weitergegeben", sagt Hartwich.

Dass zum Zeitpunkt der offenbar willkürlichen Beschädigung das Kind den Helm auf dem Kopf trug, schließen die Beamten aus. Einschusswinkel und weitere Fakten ließen keinen anderen Schluss zu. Sieben Treffer, die über den kompletten Helm verteilt seien, Kopf, Hals und Rumpf des Kindes aber konsequent verfehlten, seien höchst unwahrscheinlich. "Ein Täter, der aus einer Wohnung heraus oder von einem Baum das Kind ins Visier genommen hätte, hätte bei sieben Versuchen nicht immer nur den Helm treffen können", sagt Hartwich. Hinzu kommt: Die Entfernung bis zum Helm wäre bei solch einem Szenario zu groß, um die vorgefundenen Kerben zu verursachen.

Die Mutter des Mädchens hatte am Samstag die Polizei alarmiert, nachdem sie mehrere Löcher im Helm ihrer Tochter entdeckt hatte. Bereits in einem ersten Statement hatte die Polizei aber zurückhaltend auf die Vermutung reagiert, dass jemand mit einem Luftgewehr auf das Mädchen geschossen habe.

Inzwischen gibt es auch Zeugenaussagen, denen zufolge am gleichen Tag Jugendliche in der Nähe des Spielplatzes mit einer Luftdruckwaffe geschossen haben sollen. Ein Zeuge sagte unserer Redaktion, er habe gegen 20.30 Uhr in der Nähe Kinder und Jugendliche mit Luftdruck-Spielzeugpistolen gesehen. "Sie haben auch gefeuert, allerdings nach meinem Dafürhalten nicht auf Personen", sagte der Zeuge. "Für mich klang es nach Plastik-Munition."

Möglich sei, dass sie dem Mädchen den Helm weggenommen und darauf geschossen hätten, so der Polizeisprecher. Die Löcher könnten aber auch durch Steine oder Schläge mit spitzen Gegenständen entstanden sein. Die Ermittlungen gehen am Montag weiter.

(lnw/hpaw)