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Düsseldorf
Daimler-Azubi zeigt Erfindung bei "Jugend forscht"

Düsseldorf: Daimler-Azubi zeigt Erfindung bei "Jugend forscht"
Der 18-jährige Oliver Wodtke präsentiert sein Projekt. FOTO: Uwe Miserius
Düsseldorf. Er sei ein Frickeltyp, gestand Oliver Wodtke gestern. Ein interessierter Bastler, der vieles hinterfragt, bestätigte auch Ausbilder Sebastian Langer. Beide Herren trafen sich ausnahmsweise nicht bei der Daimler AG in Düsseldorf, wo der 18-jährige Oliver eine Ausbildung zum Elektroniker Automatisierungstechnik absolviert, sondern beim Bayer-Konzerns in Leverkusen. Von Ludmilla Hauser und Patrick Scherer

Wodtke hat am 50. Landeswettbewerb "Jugend forscht" teilgenommen - mit einem Heckkamera-Justagewerkzeug, das er ausgetüftelt hat. Mit diesem eher unscheinbaren grauen Kästchen, das während der Fahrzeugproduktion rasch ans Wagenheck montiert und wieder abgenommen werden kann, könne das optische Warnsignal (Laserlinie) um 30 oder 50 Zentimeter nach hinten verschoben werden. "Für Autofahrer schafft das mehr Puffer zu einem hinter dem Wagen befindlichen Hindernis", erläuterte Wodtke. Ihm kam die Idee, als bei Daimler in der Montage nach solch einer Lösung für Fahrzeuge für den US-Markt gesucht wurde. "Dort gibt es ein neues Gesetz für Rückfahrkameras", ergänzt Wodtke, der am Nachmittag für sein Projekt einen Buchgutschein als Sonderpreis bekam.

Mit dabei war auch Leonard Rapp (18) aus Ratingen, der das Düsseldorfer Theodor-Fliedner-Gymnasium besucht. Zusammen mit dem Aachener Raphael Lehmann (19) entwickelt er das "iBis - intelligent bike information system" - ein Informations- und Navigationssystem für Fahrradfahrer. Diese können sich die Android-basierte App auf das Smartphone laden und dieses per Halterung am Lenker befestigen. Die Besonderheiten: Die App basiert auf einer Open Street Map. Das heißt die Nutzer erweitern die Karte, um Schleichwege und Abkürzungen. Und: Das Navi zeigt an, wie die Differenz zur gewünschten Ankunftszeit ist und wie fest der Radfahrer in die Pedale treten muss, um beispielsweise noch die Bahn zu erreichen. Wichtig ist den Erfindern zudem, dass der Server keine Bewegungsprofile der Nutzer speichert. Datenschutz wird großgeschrieben. Rapp und Lehmann gewannen ein Forschungspraktikum des DESY (Deutschen Elektronen-Synchroton) in Hamburg.

Gerade das Jubiläum sollte ein besonders strahlendes Fest werden. "50 Jahre NRW-Landeswettbewerb, das haben wir als bunte Feierstunde geplant", sagte Monika Schütze, Bayers Paten-Beauftragte für den Wettbewerb, der gestern endete. Wegen des Absturzes des Germanwings-Airbusses am Dienstag, "haben wir zunächst überlegt, ob wir die Feierstunde nicht ganz absagen sollen". Die Organisatoren entschieden sich dafür, sie doch abzuhalten.

Quelle: RP
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