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Düsseldorf
Die Königsallee atmet wieder auf

Bauarbeiten sorgen für Staus an der Kö
Bauarbeiten sorgen für Staus an der Kö FOTO: Joris Hielscher
Düsseldorf. Nach Jahren der Baustellen-Enge wird am nördlichen Ende des Boulevards immer mehr fertig: Die Bürgersteige sind breiter und ideal fürs Flanieren, über die Theodor-Körner-Straße können Autofahrer erstmals zur Heine-Allee fahren. Von Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau

Fast hatte man vergessen, wie es sein kann, von der Altstadt zur Blumenstraße zu gehen, ohne zwischen Baubarken Slalom laufen zu müssen. Oder dass es eine Zeit gab, als auf dem Corneliusplatz vor dem Kaufhof keine Baucontainer standen. Oder dass man gemütlich, auch mit mehreren Personen nebeneinander, von der Königsallee zum Hofgarten spazieren konnte.

Seit einigen Tagen kehrt all das Stück für Stück zurück. Und es wird deutlich, dass die Umgestaltung des nördlichen Endes der Kö und der Umgebung ein Zugewinn ist. Vor allem die breiten Bürgersteige fallen auf: Bis zu 17 Meter misst die edel gepflasterte Fußgängerfläche zwischen Blumenstraße und Libes-kind-Bauten. Sie führt vorbei an zwei noch nicht geöffneten Zugängen zum neuen U-Bahnhof der Wehrhahn-Linie. Auch sie sind elegant gestaltet, dazwischen stehen acht neue Fahrradständer. Komfortabel breit sind auch die Bürgersteige am Rand des Corneliusplatzes zwischen Kaufhof und Blumenstraße, aber auch auf dem Teilstück der Theodor-Körner-Straße zur Heinrich-Heine-Allee.

Bürgersteig, so weit das Auge reicht: das Nord-Ende der Kö. FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Auf dieser Straße gibt es für Autofahrer eine Premiere: Sie können erstmals zwischen Breidenbacher Hof und Kaufhof auch zur Heine-Allee fahren. Vor Beginn der Bauarbeiten hatte die Theodor-Körner-Straße nur zwischen den beiden Seiten der Königsallee Zwei-Richtungsverkehr. "Das haben wir auf vielfältigen Wunsch so eingerichtet", sagt Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement. Die Ampeln, auch eine neue Überquerung für Fußgänger, seien dem angepasst geworden. Die ersten Tage mit der neuen Verkehrsregelung zeigten, dass sie gut funktioniert. Eine weitere Erleichterung für Autofahrer gibt es auf der Königsallee an der Einmündung zur Blumenstraße: Dort gibt es eine Ampel, die jetzt das Rechtsabbiegen erlaubt, wenn das Lichtsignal für Geradeausfahrer und Linksabbieger, aber auch die Fußgängerampel in der Blumenstraße auf Rot stehen. Vorteil: Der Verkehr kann von der Kö besser in die Blumenstraße abfließen. Für die Anlieger ist all das ein Segen. "Erst mal ist es gut, dass die Stadt den Termin eingehalten hat", sagt Niklas Drösser, Geschäftsführer von Juwelier Wempe.

An der Kö-Seite seien die Schaufenster teils nicht nutzbar gewesen. "Da hatten wir sogar die Rollladen runter, das war gar nicht gut." Jetzt aber könnten die Menschen das Geschäft gut erreichen. Erleichtert ist auch Lydia Graf, die nebenan das Schuh- und Lederwarengeschäft Ludwig Reiter leitet. "Uns hat man gar nicht mehr wahrgenommen, wir hatten starke Einbrüche beim Umsatz." Zuletzt sei der Split für die Fugen des neuen Straßenbelags den Kunden in die Augen geflogen, aber auch dieses Problem habe sich erledigt. "Wenn in einem Jahr alles fertig ist, sind wir richtig happy", sagt Drösser.

Bauprojekte - so verändert sich Düsseldorf FOTO: Meyer Schmitz Morkramer Architekten
Quelle: RP
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