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Düsseldorf
Die Zukunft ist im neuen 3D-Stadtplan schon zu sehen

Düsseldorf. Auf der neuen Karte ist der Kö-Bogen schon fertig, damit sie möglichst lange aktuell bleibt. Von Julia Chladek

Er ist ganz klassisch aus Papier, braucht weder Strom noch Satellit, und falsch programmieren kann man ihn nicht: der gute, alte Stadtplan. Schon seit 1957 stellt der Bollmann-Verlag 3D-Pläne von Großstädten in aller Welt her - und hat auch in Zeiten von Navigationsgeräten nicht vor, damit aufzuhören.

"Ein Navi zeigt ihnen nur das Ziel, nicht aber die Besonderheiten der Umgebung. Und wenn der Akku leer ist, haben Sie ein Problem", erklärt Rosemarie Osada vom Verlag. Die Bollmann-Pläne dagegen zeigen jedes Detail, jedes Fenster, jeden Baum, und sie "laden dazu ein, mit den Augen spazieren zu gehen".

Bis es soweit ist, sind Zeit und Aufwand nötig: Flugzeuge und Kamerawagen machen zunächst Übersichtsaufnahmen, danach begibt sich ein vier- bis fünfköpfiges Zeichner-Team etwa sechs Monate lang zu Fuß durch die Stadt und hält jedes Detail an Gebäuden, Bepflanzung und Straßen fest. Fotografien und Zeichnungen werden dann im Maßstab 1:1000 auf Folien gezogen und auf dem Leuchttisch zum endgültigen Plan zusammengesetzt. Ein besonderer Trick macht die Pläne dabei anschaulicher: Fassaden werden etwas überhöht dargestellt, Straßen auseinandergezogen, so dass der Blick der Perspektive des Betrachters ähnelt. Auf dem letzten Plan von Düsseldorf, der 2009 erschien, stand noch der Tausendfüßler, jetzt nimmt der Kö-Bogen seine Stelle ein - auch die Bauten und der Platz mit dem Schalenbrunnen, die noch gar nicht fertig sind, kann man darauf schon sehen. Da der Plan nicht jedes Jahr angepasst werden kann und möglichst lange aktuell bleiben soll, übernimmt der Bollmann-Verlag bei Großbaustellen wie im Düsseldorfer Fall Modelle und Skizzen in den Plan. Wird die Genehmigung dazu nicht erteilt, zeichnen die Mitarbeiter eben die Baukräne ab, erklärt Rosemarie Osada - Hauptsache, der Plan bleibt realistisch. Alle fünf bis acht Jahre werden die Stadtpläne in der Regel aktualisiert. Osada ist gebürtige Düsseldorferin und hat die Verbindung zu ihrer Heimatstadt nie verloren, obwohl sie mittlerweile in der Nähe von Koblenz lebt.

Der Bollmann-Plan soll auch eine Art "Visitenkarte" für Düsseldorf sein. Ortsansässige Firmen können sich mit ihrem Logo darauf eintragen lassen und Sonderdrucke bestellen. Hotels verschenken die besonderen Pläne gern als Willkommensgruß an ihre Gäste. Für alle anderen sind die neuen Pläne zum Preis von 6,90 Euro voraussichtlich ab Anfang Dezember in allen größeren Buchhandlungen erhältlich. Hobby-Historiker können über den Verlag auch Exemplare der älteren Jahrgänge bestellen. Der älteste Bollmannsche Düsseldorf-Plan stammt aus dem Jahr 1962.

Quelle: RP
 
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