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Düsseldorf
Stadt braucht Plan für die Bücherei

Düsseldorf: Stadt braucht Plan für die Bücherei
In das Postgebäude am Konrad-Adenauer-Platz - hier von der Karlstraße aus zu sehen - soll die Zentralbibliothek umziehen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Wichtige Fragen zum Umzug der Zentralbibliothek sind weiter ungeklärt - zum Beispiel, wer noch in das riesige Postgebäude einziehen soll. Die Politik soll nun weiteres Geld für externe Planer bewilligen. Von Arne Lieb

Noch immer fehlt ein konkretes Konzept für den Umzug der Stadtbücherei in das ehemalige Postgebäude am Konrad-Adenauer-Platz 1 (KAP 1). Nun möchte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) weitere 335.000 Euro für externe Planer ausgeben, zusätzlich zu bereits veranschlagten 200.000 Euro. Sie sollen dabei helfen, die entscheidenden Fragen für das Großprojekt zu klären - und die Zustimmung der FDP zu sichern. Die Übersicht:

Warum soll die Bücherei umziehen?

Der bisherige Standort am Hinterausgang des Hauptbahnhofs ist zu klein, vor allem fehlen Arbeitsräume für die Besucher. Im vergangenen Herbst präsentierte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) deshalb das Postgebäude am Bahnhofsvorplatz als neuen Standort. Dort hätte die Bücherei viel mehr Platz, die Verkehrsanbindung ist optimal, zudem erhofft man sich eine Aufwertung des Viertels. Die Stadt will den Bau für 30 Jahre mieten, er gehört einem Versorgungswerk. Die Bücherei soll Mitte 2018 einziehen.

Gibt es Alternativen?

Auf Drängen der Liberalen hat die Stadt weitere Standorte in Bahnhofsnähe geprüft - und verworfen. Wenn das Projekt scheitert, müsste neu gesucht (oder gebaut) werden.

Wo liegt das Problem mit dem Umzug?

Die Kosten sind unklar, denn der Umzug hätte weitreichende Folgen. Das liegt daran, dass das Postgebäude für die Bibliothek allein viel zu groß ist. Statt bisher rund 8000 hätte sie 14.600 Quadratmeter Sollfläche zur Verfügung - und immer noch stünden rund 10.000 Quadratmeter leer. Geisel will deshalb diverse weitere Institutionen ins KAP1 verlagern und so teils teure Mieten an anderen Stellen sparen. Das Theatermuseum soll in das Gebäude umziehen, zudem sind Depots für Stadtarchiv, Stadtmuseum und Heine-Institut geplant. Auch die Büros von Schulverwaltungsamt und vielleicht auch Kulturamt sollen Platz finden. Nun wird auch noch geprüft, eine Bühne für das Forum Freies Theater (FFT) einzubauen - das würde einen Umbau erfordern.

Was wird aus den heutigen Räumen der Bibliothek?

Noch unklar. Einen Leerstand an der sozial schwierigen Stelle will die Politik vermeiden. Angedacht ist ein Umzug der Volkshochschule (VHS).

Was sollen die Planer leisten?

Sie sollen vor allem die Kosten genau ermitteln, etwa für Elektroinstallationen oder Energie. Zudem wird die Projektsteuerung extern vergeben. Das heißt: Die Stadt engagiert Fachleute, die Zeitplan und Kosten im Blick behalten sollen.

Was sagt die Politik?

Grundsätzlich gibt es eine breite Mehrheit für den Umzug. Die CDU hat die neue Vorlage zwar aus den Fachausschüssen in den Stadtrat geschoben, weil die Fraktion sich noch beraten will, wird aber wohl wie die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP zustimmen. Wenn die Zahlen vorliegen, braucht Geisel die Zustimmung des Stadtrats. Von der FDP heißt es, man werde nur das Okay geben, wenn das Projekt wirtschaftlich sinnvoll ist - sonst ziehe man noch die Notbremse.

Quelle: RP
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