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Düsseldorf
Falsche Fünfziger im Internet bestellt

Woran erkenne  ich "falsche Fuffziger"?
Woran erkenne ich "falsche Fuffziger"? FOTO: ddp
Düsseldorf. Für die Blüten will ein 38-Jähriger echtes Geld nach Italien überwiesen haben. Jetzt stand er vor Gericht.

Bargeld im Internet einzukaufen, klingt nach einer ziemlich verrückten Idee. Es sei denn, man bestellt per Computer im Ausland für 300 Euro ein Express-Paket mit nachgemachten, also gefälschten Geldscheinen im Nennwert von 800 Euro. Das hatte laut Geständnis ein 38-Jähriger im November 2014 ausprobiert und wurde dafür vom Amtsgericht gestern zu anderthalb Jahren Bewährungsstrafe verurteilt.

Insgesamt 13 unechte Fünfzig-Euro-Scheine waren bei dem Mann sichergestellt worden, als er Ende 2014 in einem Supermarkt einkaufen wollte. Die dortige Kassiererin hatte nämlich sofort gemerkt, dass sie mit einem falschen "Fuffziger" getäuscht werden sollte. Ein Prüfgerät bestätigt prompt ihren Verdacht. Ein Getränk und drei Handy-Karten hatte der Angeklagte mit seinem angeblich frisch in Italien angekauften Falschgeld zu bezahlen versucht.

Dort nämlich könne man übers Internet, so gab er vor Gericht an, für 300 echte Euro problemlos 800 falsche Euro bestellen - und sich per Express-Lieferung persönlich zustellen lassen. Eine Rechnung, die aber nicht aufging. Schon beim ersten Versuch, die "Blüten" in Umlauf zu bringen, war er kläglich gescheitert. Und weil bei der Durchsuchung seiner Wohnung außerdem noch drei gefälschte Personalausweise entdeckt wurden, war er jetzt nicht nur als Geldfälscher angeklagt, sondern obendrein noch wegen Urkundenfälschung. Ob das Gericht jemals an die angeblich verblüffenden Bestellmöglichkeiten via Internet geglaubt hat, ist nicht überliefert.

Sicher ist aber der Schuldspruch gegen den 38-Jährigen. Der hatte dabei sogar noch Glück. Dass durch die Aufmerksamkeit der Supermarkt-Kassiererin kein Schaden entstanden ist, wurde nun dem Angeklagten mildernd angerechnet. Und weil er außerdem geständig, einsichtig und reumütig war, zudem bisher als unbescholten galt, also zuvor noch nie mit der Justiz in Konflikt geraten war, setzten die Richter eine Haftstrafe von 18 Monaten gegen ihn sogar noch zur Bewährung aus.

(wuk)
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