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Düsseldorf
Düsseldorfer Appell bietet Tour zu Moscheen an

Düsseldorf. Als die rassistischen Übergriffe im Deutschland der 1990er Jahre immer häufiger und brutaler werden, wollen die Düsseldorfer eine deutliche und weltoffene Antwort auf die Geschehnisse geben. Zu Tausenden unterzeichnen sie damals den Düsseldorfer Appell, um aus der bürgerlichen Mitte heraus ein Zeichen gegen die Gewalttaten zu setzen.

Was als einmalige Aktion begann, etablierte sich mit der Zeit als ein wichtiges Bündnis in der Stadt. "Der Düsseldorfer Appell hat sich zu einem sehr stabilen Netzwerk entwickelt", sagt die evangelische Superintendentin Henrike Tetz. "Wir möchten unsere Stimme erheben und zeigen, dass Düsseldorf ein offenes Haus für alle bleibt!" Unter dieser Überschrift organisierte der Appell in den letzten 25 Jahren viele Veranstaltungen. Als auf der Königsallee das erste Lichterfest gegen die Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen stattfand, organisierten sich die Teilnehmer noch mithilfe von Telefonketten. Heute gibt es nicht nur einen E-Mailverteiler, sondern auch neue Ereignisse, die das Bündnis beschäftigen - die Überzeugungen des Netzwerks sind jedoch gleich geblieben. "Mit dem Programm ,Respekt und Mut' laden wir auch in diesem Jahr wieder zu spannenden Veranstaltungen ein", sagt der Geschäftsführer und Motor des Bündnisses Volker Neupert. Die Schirmherrschaft über das Programm hat NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler übernommen. Bei der Veranstaltungsreihe können Bürger beispielsweise an einer Fahrradtour zu den Moscheen der Stadt teilnehmen. "Wir möchten nicht immer nur auf Missstände reagieren, sondern selbstständig für ein respektvolles Miteinander eintreten", sagt Neupert. Wenn Politiker wieder rassistische Töne anschlügen, sei dieses Engagement besonders wichtig.

(pana)
 
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