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Oberbilk
Ein Stadtteil hofft auf die Justiz

Oberbilk: Ein Stadtteil hofft auf die Justiz
Die Kritik am neuen Justizzentrum am Oberbilker Markt sei übetrieben, so der Hausherr. FOTO: Bretz
Düsseldorf. Dass Schützen- und Bürgerverein ihn gemeinsam eingeladen hatten, und dass er dann dort auch noch alle anderen Vereine aus Oberbilk traf – das hat OB Dirk Elbers Sonntag sehr beeindruckt. Von Stefani Geilhausen

"Eine starke Gemeinschaft für den Stadtteil" hat er dort erlebt und den zahlreichen Gästen im Pfarrsaal versichert: "Oberbilk ist schön – und es wird noch schöner werden."

Der Marktplatz ist bereits in Arbeit, für den Umbau der Werdener Straße (den ersten Schritt zur Ortsumgehung) liege das Geld bereit – beides ist den Oberbilkern wichtig, die dieser Tage neue Nachbarn begrüßen können. Land- und Amtsgericht sollen nicht gerade erfreut die Kisten gepackt haben. Auf den "Hinterhof der Stadt" mit "ausländischer Nischenökonomie" hatte vor knapp drei Jahren ein Richter geschimpft und dafür reichlich Gegenwind erfahren.

Doch inzwischen stimmt im Stadtteil mancher dem Mann im Stillen zu. Call-Shops, SB-Bäcker und Ein-Euro-Läden sind offenbar die einzigen Interessenten für Läden an der Kölner Straße. Keine Spur von Anwälten auf der Suche nach Kanzleien und gehobenem Ambiente, worauf der Stadtteil mit dem Umzug der Gerichte gesetzt hatte. Der eine oder andere Hausbesitzer hatte nach Bekanntwerden des Bau-Plans sogar die Mieten schon erhöht, "und später bereut", sagt Walter Schmidt (CDU), der zuständige Bezirksvorsteher. Statt des Booms kam Woolworth mit seinem Angebot (nach eigenen Angaben) für "preissensible Kunden".

Schmidt und sein SPD-Vorgänger Udo Figge sind trotzdem immer noch guter Hoffnung. 3000 Menschen, die täglich im Justizgebäude erwartet werden, müssen Mittagessen, auch mal Besorgungen erledigen. "Und dann wird sicher der eine oder andere sein Angebot der neuen Nachfrage anpassen", sagt Figge. Und Schmidt könnte sich vorstellen, dass sich auch das zurzeit überschaubare Gastronomie-Angebot anpassen wird.

Schon hat das Juristen-Stammlokal Ohme Jupp eine Dependance am Oberbilker Markt eröffnet – ein erster Schritt, dem viele andere folgen könnten. Platz genug gibt es gerade aktuell wieder reichlich: Der Inneneinrichter hat zugemacht, ein Reisebüro ist weggezogen, und eine der drei Filialen eines Drogerie-Discounters in der Nähe steht leer. "Wir hoffen", sagen die Stadtteilpolitiker einmütig, "dass der Einzelhandel seine Chance erkennt und das Umfeld vom Justizzentrum profitiert."

Nicht bloß der Einzelhandel könne sich verändern: Die große Baulücke an der Kölner Straße soll zum Sonnenpark geschlossen werden. Eine "vernünftige Bebauung und eine sorgsame Ansiedlung", sagt auch Dirk Elbers, werden sich positiv auswirken. Allerdings: "Das braucht Zeit."

Quelle: RP
 
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