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100 Jahre Düsseldorfer Künstlerinnen
Eine Kunstaktion der besonderen Art

Düsseldorf. Südamerikanische Rhythmen klangen durch das Ballhaus am Nordpark.  Der Verein Düsseldorfer Künstlerinnen hat sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Eröffnet wurde die virtuelle und gleichzeitig reale Ausstellung am Sonntag um 17 Uhr mit einem Tango-Flashmob. Von Katharina Maaßen

"Hundert-Tage-Kunst" heißt die Aktion, die von den Künstlerinnen Birgit Martin und Gudrun Schuster ins Leben gerufen wurde. Auf einen Aufruf im Internet hin, hatten Künstlerinnen aus aller Welt 100 Tage lang die Möglichkeit, ihre Werke auf einer virtuellen Galerie des Vereins zu veröffentlichen. Am Sonntag wurden alle Kunstwerke im Düsseldorfer Ballhaus ausgestellt.

"Es war wirklich unglaublich viel Arbeit, das alles auf die Beine zu stellen", sagt Birgit Martin. "Wir haben uns mit allen Künstlervereinen der Welt in Verbindung gesetzt, um dieses Ergebnis erzielen zu können. Doch schon die Internetausstellung hat sich gelohnt." Als sie und ihre Kollegin Gudrun Schuster auf die Idee kamen, eine virtuelle Galerie zu errichten, habe es einige Skeptiker gegeben. "Aber warum sollte man das Internet nicht auch für solche Zwecke nutzen?", so Birgit Martin.

Und das Angebot wurde dankbar angenommen. Insgesamt sind mehr als 700 Werke von Künstlerinnen rund um den Globus zusammen gekommen. Die meisten Künstlerinnen, die ihre Werke in der virtuellen und realen Galerie ausgestellt haben, kommen aus Deutschland. Auch aus dem übrigen Europa haben sich viele zusammengefunden. In den USA und Asien sind jeweils rund 40 Künstlerinnen dem Aufruf gefolgt.

"Leider haben wir nur ungefähr sechs Afrikanische Künstlerinnen anwerben können", bedauern die beiden Organisatorinnen. "Ich habe Verwandtschaft in Nigeria. Somit konnte ich dort den Kontakt herstellen", erklärt Birgit Martin. Für den Tango-Flashmob haben sich die beiden Koordinatorinnen ganz bewusst entschieden. "Das Ballhaus bietet ein wundervolles Ambiente, das geradezu zum Tanzen einlädt", so Gudrun Schuster.

"Wir wollen unser 100-jähriges Bestehen wirklich mit allem Drum und Dran feiern. Was böte sich da besser an als der Tango? Und diese Feier wäre mit Sicherheit ganz im Sinne von Louise Bourgoise." Die französisch-amerikanische Bildhauerin ist das Vorbild der Künstlerinnen. Sie starb 2010. In diesem Jahr wäre sie 100 geworden.

Die virtuelle Galerie wird außerdem von Dezember 2011 bis Januar 2012 im Frauenmuseum Bonn gezeigt.

(rl)
 
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