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Düsseldorf
Eine Liebeserklärung an die Düssel

Düsseldorf: Eine Liebeserklärung an die Düssel
In Bilk ist Sebastian Brück aufgewachsen und hat die Düssel, wie sie hier zum Beispiel die Aachener Straße kreuzt, kennengelernt. FOTO: Bernd schaller
Düsseldorf. Die Düssel wird von den Düsseldorfern vernachlässigt, findet Sebastian Brück. Er will das ändern und läuft den kleinen Fluss von der Mündung bis zur Quelle ab - und schreibt darüber in seinem Blog "Düssel-Flaneur". Von Laura Ihme

Frau, Kind, Arbeit, Hund, Wellensittich - P. und sein Freund haben nicht viel Zeit. Eine Auszeit vom Alltagsstress wollen sie sich aber trotzdem nehmen und haben sich deshalb ein außergewöhnliches Projekt vorgenommen: Gemeinsam wollen sie, wann immer sie zwischendurch Zeit haben, die Düssel von der Mündung bis zur Quelle ablaufen. Was sie auf ihrer Mission erleben, hält der Freund von P. in seinem Blog fest. Der Titel: "Düssel-Flaneur".

So weit, so gut. Allerdings existieren P. und sein Freund nicht wirklich, sondern sind das Alter Ego von Sebastian Brück, 44 Jahre alt, Journalist und Autor. Er ist der Schöpfer des "Düssel-Flaneurs".

"Im Leben der meisten Düsseldorfer spielt der Rhein eine wichtige Rolle. Sein Ufer ist Erholungsort, ein Treffpunkt. Die Düssel, die unserer Stadt ja immerhin ihren Namen gegeben hat, wird dagegen kaum beachtet", sagt Brück. Genau das will er mit seinem Blog ändern, will zeigen, dass die Düssel ebenso Lebensqualität schafft. "Ich bin in Bilk aufgewachsen und kenne die Düssel, die ja eher ein Flüsschen als ein Fluss ist, seit meiner Kindheit. Es ist ein tolles Gewässer", sagt er. Diese Begeisterung will Brück mit seinen Lesern teilen.

Außer einer Abwechslung von seinen herkömmlichen Autorenwerken ist der Blog für Sebastian Brück selbst vor allem eines: ein Ausgleich zum Alltag. Brück ist nämlich Vater einer vierjährigen Tochter und steht außerdem mitten im Berufsleben - eine Parallele zu seinen beiden Protagonisten. "Der Düssel-Flaneur ist deshalb beides: fiktiv und real", sagt Brück. Ganz real läuft er seit vergangenem Sommer zum Beispiel die 45 Kilometer lange Strecke zwischen der Mündung der Düssel in den Rhein zur Quelle im Bergischen Land ab - immer dann, wenn im hektischen Alltag Zeit dafür ist. Seine Geschichte im "Düssel-Flaneur" aus seiner persönlichen Sicht erzählen, wollte er aber trotzdem nicht: "Es soll ja primär nicht um mich gehen, sondern vor allem um die Düssel und ihre schönsten Abschnitte", sagt Sebastian Brück.

Insgesamt 17 Etappen hat er auf seinem Spaziergang bereits zurückgelegt. Vom Startpunkt Rheinuferpromenade ist er mittlerweile im Volksgarten angelangt. Einziges Hilfsmittel: die Angaben von Google Maps zum Verlauf des Flüsschens. "Damit ist es gar nicht so einfach, den richtigen Weg zu finden, teilweise ist die Düssel ja unterirdisch und somit auf der Karte nicht verzeichnet. Und an einer Stelle ist auf Google Maps sogar ein falscher Verlauf eingezeichnet." Oft verlaufe die Düssel zudem auf ganz sonderbaren Wegen, an der Kronprinzenstraße in Unterbilk führe sie zum Beispiel einmal quer über einen Schulhof. An anderen Stellen fließe sie sogar durch die Gärten einiger Düsseldorfer. Den bisher schönsten Abschnitt hat Sebastian Brück mitten in der Innenstadt entdeckt: "Kurz vor der Mündung der Düssel in den Kaiserteich fühlt man sich wie in einer Oase - obwohl das mitten in der Stadt liegt", sagt er.

Schön wird es sicher auch, wenn er auf seinem Spaziergang hinter der Stadtgrenze von Düsseldorf angelangt ist. Gleichermaßen wird das aber wohl auch der schwierigste Teil seines Weges werden: "In Düsseldorf kenne ich mich aus und weiß auch ohne Karte immer ungefähr, wo ich mich befinde. Außerhalb der Stadt kenne ich die Gegend nicht mehr so gut." Bis er vom Volksgarten dorthin gelangt, dauert es aber noch ein wenig, müssen Brück und seine Protagonisten noch durch den Südpark, Wersten, Eller, Vennhausen und Gerresheim spazieren, bis sie schließlich nach Erkrath gelangen und von dort durch Mettmann und das Neandertal zur Quelle der Düssel in Wülfrath gelangen. Wie lange das dauert? "Keine Ahnung, aber bis 2017 sind wir sicher am Ziel", sagt Brück.

Quelle: RP
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