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Rosenmontag in Düsseldorf
Die stürmische Bilanz der Feuerwehr

Rosenmontag 2016 in Düsseldorf: Feuerwehr-Bilanz zum Sturm Ruzica
An der Adersstraße riss der Wind Baumaterial von einer Baustelle auf einem Flachdach im sechsten Stock. FOTO: Gerhard Berger
Düsseldorf. Schon bevor die Stadt die Absage offiziell verkündete, hatte die Feuerwehr erste Konsequenzen gezogen und rund 160 überwiegend ehrenamtliche Helfer des Sanitätsdienstes nach Hause geschickt.

45 blieben, um die Hilfsstellen in der Altstadt zu besetzen. Die versorgten 22 Jecke, von denen die Hälfte nach zu intensivem Alkoholgenuss schon am Nachmittag ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Fotos: Abgesagter Rosenmontagszug: Die Mottowagen FOTO: Ines Räpple

Auch die Polizei veränderte die Pläne mancher Altstadtbesucher, neun kassierten bis zum frühen Abend Platzverweise, vier kamen ins Gewahrsam. Die Zahl der Strafanzeigen sei bis 17 Uhr eher gering geblieben, sagte Sprecherin Susanna Heusgen. Die Zahlen seien aber wohl eher nicht die abschließenden - der Besucherstrom in die Altstadt hielt bis zum Abend stetig an. Positiv die Meldung aus dem Stützpunkt der Frauenberatungsstelle: Im Frauen-Security-Point suchte auch gestern kein Opfer sexueller Gewalt Hilfe.

Wer Zweifel an der Absage des Zuges oder gar an der Existenz der Unwetterwarnung hatte, konnte sich kurz nach 15 Uhr an der Kö eindrucksvoll eines besseren belehren lassen: An der Grünstraße hatte eine Böe mehrere Dachziegel losgerissen, von denen einige in der Regenrinne liegenblieben, einige aber auch aufs Pflaster stürzten - genau dort, wo um diese Zeit Hunderte den Zug bewundert hätten. Bereits gegen 11 Uhr war in Benrath eine Dachverkleiduung aus Blech weggeflogen und in einem Baum hängengeblieben, an Rethel- und Henkelstraße musste die Feuerwehr abgerissene Äste sichern und von der Ludolfstraße einen umgekippten Baum wegräumen.

Fotos: Das sagen die Jecken zum abgesagten Zoch FOTO: Sabine Kricke

Am frühen Abend mussten auch die Höhenretter ausrücken: Von einer Baustelle auf dem Flachdach eines sechstöckigen Hauses an der Adersstraße war Baumaterial auf die Straße gestürzt, die Kletterer sicherten den Rest auf dem Dach - um unmittelbar danach gleich um die Ecke ein Haus an der Kö zu sichern.

Insgesamt hat die Düsseldorfer Feuerwehr von 11 bis 20 Uhr 21 sturmbedingte Gefahrenstellen beseitigt. Es gab durch den Sturm keine Verletzten. Die Zahl der Sturmeinsätze dürfte sich über Nacht erhöht haben, die Windböen nahmen zum Abend zu. Wie die Polizei will daher auch die Feuerwehr erst am Dienstag eine Bilanz des Karnevals- und des Sturmeinsatzes ziehen.

 

(sg)
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