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Düsseldorf
Bei Goethe 60. Geburtstag feiern

Düsseldorf. Die Zahl der Gäste, die zur Feier des 60-jährigen Bestehens des Goethe-Museums kamen, war außerordentlich groß. Die behäbige Hydraulik des Aufzugs gab sich alle Mühe, den Aufstieg zum Festsaal ganz oben zu bewerkstelligen. Mit über 300 Personen hatte man gerechnet, was bereits eine logistische Herausforderung gewesen wäre. Doch etliche mehr waren gekommen, um auf Schloss Jägerhof dem Jubilar zu gratulieren. Von Claus Clemens

Am 30. Juni 1956 hatten die Stadtväter beschlossen, von den Erben des Verlegers und Sammlers Anton Kippenberg die größte Goethe-Privatsammlung der Welt zu übernehmen. Hierfür war damals eigens das im Krieg zerstörte Hofgärtnerhaus umgebaut worden. 1987 zog das Museum um in das Schloss Jägerhof und damit in direkte Nachbarschaft zum Jacobihaus, wo Goethe 200 Jahre zuvor ein- und ausgegangen war. Inzwischen hat sich manches verändert. Das Hofgärtnerhaus, viele Jahre Sitz des Theatermuseums, wird aufgegeben. Ähnliche Überlegungen gibt es aus Kostengründen auch für das Schloss Jägerhof. Ob sich deshalb viele Kulturpolitiker aus Stadt und Land lediglich aus der Ferne an der Feier beteiligten? Museumsdirektor Christof Wingertszahn jedenfalls las nicht enden wollende Grußadressen vor. Darunter eine mit einem, wie er kommentierte, "ominösen" Goethezitat: "Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man viel Schönes errichten." Kulturdezernent Hans-Georg Lohe indes war persönlich gekommen, um einem Renommierobjekt seiner Stadt die Reverenz zu erweisen.

Unabhängig von Gebäudefragen blicken die Verantwortlichen der im Haus beheimateten Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung positiv in die Zukunft. "Am Horizont zeichnen sich große Projekte ab", sagte Winfried Tilmann, Vorsitzender des Kuratoriums. Mit ihrem Festprogramm wollten Museum und Archiv zeigen, wie sehr sie sich als modernes Wissenschafts- und Kommunikationszentrum verstehen. Der Literaturwissenschaftler Conrad Wiedemann brachte neue Thesen zu Goethes Genie mit. Und Autor Stefan Bollmann las aus seinem neuen Buch. Titel: "Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist".

Quelle: RP
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