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Düsseldorf
Lehrstunde in Lässigkeit

Düsseldorf. De La Soul, die großen HipHop-Helden aus New York, traten vor 800 Fans im Stahlwerk auf. Seit 28 Jahren gibt es das Rap-Trio nun - ihr Auftritt war kompakt und nach anderthalb Stunden wieder vorbei, aber bis dahin ein Genuss. Von Philipp Holstein

Das Konzert war bereits vorbei, alle warteten auf die Zugabe, und es stand nur noch Maseo auf der Bühne, der DJ von De La Soul. Er kam ins Reden, er sprach mit dem Publikum, als wären alle im Raum beste Kumpels, und er sagte: "Wir waren drei Jungs von der Highschool, und wir hatten einen Traum. Inzwischen machen wir das schon 28 Jahre lang, und wir haben drei Enkel. Drei Enkel, Mann!". Und dann kamen die beiden anderen zurück auf die Bühne, sie lachten, und zu dritt sangen sie "The Magic Number", diese Hymne auf die Freundschaft, ein herrlicher Moment: "Without my one and two / Where would there be My three?"

Die New Yorker HipHop-Band De La Soul spielte vor 800 Fans im Stahlwerk, es war ein kompakter Auftritt von nicht einmal anderthalb Stunden, und es war ein Genuss. Es begann mit Maseo, den man gern zum Freund hätte, weil das Leben mit ihm bestimmt ewiger Samstagabend wäre. Er stöpselte seinen Laptop am erhöht aufgebauten DJ-Pult ein, legte "Funky Drummer" von James Brown auf und fragte, wer das erste De-La-Soul-Album aus dem Jahr 1989 besitze. Das waren die meisten, einer hielt es sogar hoch, eine durch Folie geschützte LP, und dann ging es los: Dave und Posdnous kamen hinzu, brachten auf- und abschreitend "Grind Date", "Potholes In My Lawn", "Stakes Is High" und als Höhepunkt eine beschleunigte Version von "A Rollerkating Jam Named Saturdays", die nahtlos in "Me, Myself And I" überging. Maseo wirkte dabei wie ein Spielertrainer im Fußball: Meistens stand er am DJ-Pult und schickte Bässe und Beats in die Halle, aber immer mal wieder sprang er hinunter auf die Bühne, um zu rappen und zu tanzen, um für Beschleunigung zu sorgen und mitzuarbeiten am Flow.

Es war großes Tennis, eine Lehrstunde in Lässigkeit. Man muss gesehen haben, wie sich Dave die Kappe der New York Yankees aufsetzte: Er tippte sie nur an, und dann saß das Ding angeschrägt und wider jede Physik elegant und cool auf seinem Kopf. Seinen Pullover hatte er zunächst über die Schultern gelegt, im Laufe des Abends diente er als Kopftuch und als Schal, und zwischendurch kokettierten die Endvierziger mit dem Alter: "We are older statesmen", sagte Posdnuos, "aber wir bringen euch zum Schwitzen", und das stimmte auch. Ein Lied brachen sie ab, weil sich eine Frau in der ersten Reihe die Finger in die Ohren gesteckt hatte. "Tut uns leid", sagten De La Soul, "wir versprechen, leiser zu sein." Dann machten sie weiter, natürlich noch lauter.

De La Soul haben gute Laune in den HipHop gebracht, Euphorie, Gewitztheit und Wärme. "Five days you work / One whole day to play / Come on, everybody, wear your rollerskates today / It's saturday", heißt es bei ihnen.

Das ist eine der größten Bands des HipHop, immer noch, man hätte sie gern länger erlebt, und als das Licht anging, sah man große Zufriedenheit.

Quelle: RP
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