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Düsseldorf. "Burlesque - Stars und Straps" heißt die neue Show im Apollo Varieté. Zu sehen gibt es viel nackte Haut und außergewöhnliche Darbietungen. Von Birgit Wanninger

Um es gleich vorweg zu sagen: Ja es gibt viel nackte Haut zu sehen. Und ja, einige Damen entblößen auch komplett ihren Oberkörper. Burlesque bedeutet schließlich: kunstvolle Striptease-Szenen, witzige Comedy und skurrile Artisten. In der neuen Apollo-Show mit dem Titel "Burlesque - Stars und Straps" werden Teile davon erfüllt. Nur mit dem Striptease, da klappte es bei der Premiere noch nicht so ganz.

Es ist eine Show mit teilweise außergewöhnlichen Darbietungen und einem fantastischen Komiker. Aber es gibt auch Längen bei einigen Programmpunkten. Dass das Programm noch nicht perfekt sei, betonte Apollo- und Roncalli-Chef Bernhard Paul. Er hatte kurzfristig die Inszenierung für die Show übernommen, weil der ursprüngliche Regisseur das Handtuch geworfen hatte. Aber der Reihe nach: Den Anfang machten die vier reizenden Tänzerinnen - bekleidet nur mit einem String-Tanga und oben ohne. Doch es gab nichts zu sehen, weil sie sich nur mit dem Rücken zur Bühne zeigten. Charmant.

Raffiniert auch der Striptease hinter einer Schattenwand. Und dann kam die "Burlesque Artistin" Louise de Ville. Sie versuchte die Grand Dame des Burlesques Dita Von Teese nicht nur in ihrem Äußeren zu kopieren. Von Teeses Strip-Nummer in einem überdimensionalen Martini-Glas ist in legendär.

Doch die Rolle der Femme fatale gelang der jungen Amerikanerin in ihrem Cocktail-Glas nicht. Zu schnell ihre Bewegungen, jegliche Frivolität fehlte ihr. Das galt auch für ihren Auftritt als Susi Wong. Sie entblößte sich, um rote Stricke um ihren Körper mit Knoten zu winden. Das war sinnfrei und nur ein Hinauszögern der Nummer. Da muss Bernhard Paul noch mit ihr arbeiten.

Nachbessern sollte auch Krissie Illing, eine Britin mit typischen britischen Humor, der manchmal ein wenig zu brachial und gewöhnungsbedürftig war, aber gute Gags hatte. Ihre Nummern sollten aber kürzer sein.

Sensationell hingegen der Peitschen schwingende Mann Latigos, der zu guter Letzt noch eine Überraschung parat hat.

Wunderbar poetisch Fifi Les Paul mit einer Reifenummer an der Decke. Die Tochter von Bernhard Paul tritt als Weißclown auf - mit schwarz-weiß karierten Strapsen. Einfach sexy und dennoch skurril. Wunderbar zum Abschluss ihre Akrobatik in luftiger Höhe, wo sie es goldenes Konfetti regnen lässt. Da spürt man, dass sie im Zirkus Roncalli groß geworden ist.

Raffiniert arbeiten Lelly und Alessandra mit ihrer Handstand-Equilibristik. Völlig neu die "Rola-Rola-Nummer" der Finninen Lotta und Stina. Da hat Bernhard Paul ein feines Händchen für diese Neuentdeckung bewiesen. Es ist schon außergewöhnlich, dass eine Frau als Untermann bei Hebefiguren dient. Und dass beide ihre Akrobatik beherrschen, beweisen sie erst recht, wenn sie ins Komische abdriften. Da benötigen sie kein sexy Outfit, sondern treten mit Hüfthalter und BH aus den 1950er Jahren auf.

Der Star des Ensembles, das aus einem Dutzend Frauen und einem Mann besteht, ist aber Dustin Nicollodi. Er besitzt das absolute Timing, hat Spaß auf der Bühne zu stehen und amüsiert das Publikum selbst mit einfachsten Tricks - wie bei den "musikalischen Kerzen", die keinen Ton herausbringen. Nicolodi, er stammt aus einer alteingesessenen Artistenfamilie, ist ein ausgezeichneter Jongleur. Wer kann schon Äpfel jonglieren und sie gleichzeitig essen? Bitte mehr davon.

Quelle: RP
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