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Düsseldorf
Exklusive Villa mit Einrichtung zu verkaufen

Les Pins in Düsseldorf: Exklusive Villa mit Einrichtung zu kaufen
Schmucker Kiesweg, eine grüne Hecke umkreist eine Steinfigur, die Mauern sind makellos in Blassgelb gestrichen: Die Villa an der Niederrheinstraße 235 steht zum Verkauf. Jeder kann sich in den Räumen umsehen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Auf Hochglanz polierte Marmorfußböden, vergoldete Wasserhähne, antike Möbel und handsignierte Lithographien: Das Haus an der Niederrheinstraße stand ein Jahr lang leer. Auktionator Peter Lindenfeld lädt zur Besichtigung ein. Von Holger Lodahl

Das Haus namens "Les Pins" an der Niederrheinstraße trägt zu Recht den Titel "Villa". Ein Jahr stand es leer, nun soll bald wieder Leben herrschen auf den 730 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche mit mehreren Wohn-, Schlaf- und Badezimmern. Verantwortlich für den Verkauf ist Peter Lindenfeld. Der Auktionator aus dem Raum Frankfurt hat vom Besitzer den Auftrag zum Verkauf, hält sich aber mit Details zurück. Ob der Besitzer dringend Geld braucht, noch genügend andere Häuser hat und die Düsseldorfer Dependance nicht mehr braucht, oder einfach aus Altersgründen - Diskretion ist bei Lindenfeld Ehrensache.

Fakt ist aber, dass Lindenfeld die Einrichtung größtenteils aus eigenen Bestand mitgebracht hat. "Die Besitzer möchten nicht alles verkaufen und haben einiges mitgenommen", sagt er. "Die entstandenen Lücken fülle ich auf." Leere Zimmer wirkten kühl und steril wirken, erklärt er - und mancher Interessent brauche auch eine Vorstellung, wie er seine zukünftigen Zimmer einrichten könne. Mit dem großen Pokertisch zum Beispiel, einem Lieblingsobjekt Lindenfelds: Teils aus Leder, mit metallischen Abstellflächen für Whiskey-Gläser sowie mit passende Stühlen kostet das seltene Möbel 35.000 Euro. Im Flur auf der ersten Etage steht ein Beistelltisch, dessen Glasplatte von drei großen, metallischen Seepferdchen getragen wird (7000 Euro). In einem weiteren Raum hängt eine signierte Lithographie von Joan Miro für 49.000 Euro. Lindenfeld hat die vom Hausbesitzer zurückgelassenen Einrichtungsgegenstände geschmackvoll kombiniert, so dass die Räume den Eindruck erwecken, sie würden tatsächlich noch von reichen Herrschaften bewohnt. Nur wenig überraschend wäre es, käme ein Dienstmädchen mit weißem Häubchen zur Tür herein und servierte Tee und Gebäck.

Die edle Einrichtung stammt von den Besitzern und vom Auktionator. FOTO: Endermann, Andreas (end)

Stattdessen gehen rund 100 Besucher pro Auktionstag in der Villa ein und aus. Sie lassen ihre Fingerspitzen vorsichtig über den polierten Marmorsims streifen, betasten sanft das Holz des Pokertisches und drehen - heimlich nach rechts und links schauend - den vergoldeten Wasserhahn im Bad auf.

Eine Besucherin interessiert sich für einen großen Teppich. Gekonnt hebt sie mit ihrer Fußspitze die Teppich-Ecke an und blickt auf das Etikett: 16.000 Euro. Peter Lindenfeld erläutert aufmerksam und ruhig einige Details über die elegante Auslegeware und fügt hinzu: "Ich kann Ihnen den Teppich für 8500 Euro überlassen." Derartige Rabatte gibt er auf viele der ausgestellten Stücke. Die Interessentin erwägt einen Kauf, möchte sich aber noch weiter umsehen.

Meerbuschs teuerste Villa FOTO: Sotheby's

Zwei junge Männer schauen sich derweil im Bad um. Sie kommen aus der Nachbarschaft und wollten das Haus einfach einmal gern von Innen sehen. "Es wurde zum Teil als Showroom für Mode benutzt", sagen sie. Ein Ehepaar zieht vorsichtig die Schubladen des Sekretärs auf und findet im Innern das Preisschild: 7000 Euro. Schnell schließt die Frau die Lade wieder. Der Mann erwägt einen Rundgang über das insgesamt 5400 Quadratmeter große Grundstück mit Gartenanlage. Auf dem Haus klebt zwar kein Preisschild, aber das ist keins von Lindenfelds Geheimnissen: Die Immobilie kostet 1.850.000 Euro.

Quelle: RP
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