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Nach Brand in Düsseldorf-Oberbilk
Mann nach Fenstersprung schwer verletzt auf Intensivstation

Fotos: Nach dem Brand in Oberbilk
Fotos: Nach dem Brand in Oberbilk FOTO: Helene Pawlitzki
Der 59-Jährige, der am frühen Morgen in Oberbilk aus dem dritten Stock eines brennenden Hauses gesprungen ist, wird weiter intensivmedizinisch betreut. Die Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung aus und sucht Zeugen. Von Helene Pawlitzki, Düsseldorf

Um vier Uhr morgens riss am Mittwoch starker Rauch in einem Haus am Südende der Kölner Straße die Bewohner aus dem Schlaf. Einer von ihnen rief sofort die Feuerwehr, mehrere konnten selbstständig das Haus verlassen.

Doch weil der Brand im Treppenhaus ausgebrochen war, gelang das zehn Menschen nicht. Als die Rettungskräfte eintrafen, fanden sie auf dem Gehweg einen schwer verletzten Mann vor. Der 59-Jährige war aus dem Fenster gesprungen, nach eigenen Angaben aus dem dritten Stock. Er kam in die Uniklinik, wo er auf der Intensivstation behandelt wird.

Neun weitere Menschen holte die Feuerwehr über Drehleitern aus den oberen Stockwerken, darunter einen Säugling. In einem Feuerwehrbus betreuten Notfallsanitäter dreizehn Hausbewohner. Alle, die mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus kamen, wurden inzwischen wieder entlassen.

Brand in Wohnhaus an Kölner Straße in Düsseldorf FOTO: Patrick Schüller

Zwei Mieter sind in einer Notunterkunft untergebracht, die übrigen Hausbewohner wohnen nun bei Verwandten oder Bekannten. Denn das Haus ist nach Angaben der Feuerwehr unbewohnbar, weil die Treppe – wo das Feuer ausbrach – zerstört ist. Obwohl die Flammen sich offenbar nicht stark ausgebreitet haben und der Brand nach einer Dreiviertelstunde gelöscht war, liegt der Schaden bei etwa 200.000 Euro. Die Polizei geht von einer fahrlässigen Brandlegung aus und sucht Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben.

Keine zehn Stunden nach dem Brand begannen am Mittag die Aufräumarbeiten im Haus. Die Wohnungen sollen im Gegensatz zum Treppenhaus nicht all zu stark zerstört sein, in einem Fenster wehen noch intakte Gardinen. Allerdings stand gestern eine Löschwasserpfütze im Eingang, auch die Wohnungen dürften einen Wasserschaden haben. Im Viertel war das Feuer kein Thema, nur einige hatten die Einsatzwagen gesehen. Einzig die Tankstelle neben dem Haus war betroffen: Bei Feuer in der Umgebung müssen die Mitarbeiter ein Notfallprotokoll beachten und beispielsweise die Tanksäulen stilllegen, um eine Katastrophe zu vermeiden.