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Düsseldorf
Mehr als 60 Bäume werden gefällt

Düsseldorf. Ein Pilz hat im Stadtbezirk 1 zahlreiche Bäume befallen. Aus Sicherheitsgründen sollen sie weichen. Von Marc Ingel

Mehr als 60 Bäume müssen in näherer Zukunft allein im Stadtbezirk 1 aus Verkehrssicherheitsgründen gefällt werden. Oft ist ein heimtückischer Pilzbefall die Ursache. In der Liste der betroffenen Bäume, die heute in der Bezirksvertretung 1 (14 Uhr, Rathaus) vorgestellt wird, taucht häufig die Kastanie auf, die bereits seit längerem als "unheilbar" erkrankt gilt und in Düsseldorf daher nicht mehr nachgepflanzt wird. Aber auch Akazie, Pappel, Eiche oder Ahorn sind gegen den holzzersetzenden Pilz nicht resistent. Die betroffenen Standorte ziehen sich durch den gesamten Stadtbezirk und reichen vom Golzheimer Friedhof (vier Bäume) über die Cecilienallee (vier) bis zur Rotterdamer Straße, die es mit allein acht Bäumen (Kastanien und Pappeln) besonders schlimm getroffen hat.

Nach der Fällung soll an den jeweiligen Stellen in der Regel zwar stets nachgepflanzt werden, Kastanien werden aus den beschriebenen Gründen wegen ihrer Komplexerkrankung aber nicht mehr darunter sein. Stattdessen setzt die Stadt verstärkt auf Exemplare aus ihrer Liste mit Zukunftsbäumen (etwa Wollapfel, Gleditschie, Baumhasel oder Kornelkirsche), die nicht so anfällig für die zunehmenden Klimaänderungen sind.

Als tückisch an den holzzersetzenden Pilzen hat sich herausgestellt, dass deren Fruchtkörper nur in ganz bestimmten Monaten auch wirklich zu erkennen sind. Und wenn es dann soweit ist, ist es nicht selten schon zu spät. Die Übeltäter verringern die Festigkeit des Holzes und gefährden somit die Stand- und Bruchsicherheit - das Todesurteil für die betroffenen Bäume. Der Prozess der Holzzersetzung bis zum Absterben ist abhängig von der jeweiligen Baum- und Pilzart. Die Fachleute unterscheiden zwischen drei möglichen Erkrankungen: der Weißfäule (das Holz wird heller, faseriger, weicher und quillt auf), der Braunfäule (das Holz wird durch Zelluloseabbau braun, zerbricht würfelartig, bis es zu braunem Staub zerfällt) und der Moderfäule (ähnlicher Vorgang wie bei der Braunfäule, zersetzt aber besonders nasses Holz).

Der Abschied von der Rosskastanie ist natürlich ein emotionales Thema, die augenfälligen Symptome sprechen aber für sich: Auffällig für das Schadbild sind einzelne blutende Stellen am Hauptstamm sowie an den Ästen, die später eintrocknen. Typisch ist auch die Laubaufhellung infizierter Bäume. Am Stamm und einzelnen Äste bilden sich Risse und Dellen. Mit zunehmender Erkrankung ist dann das Welken und Absterben von Ästen zu beobachten.

Quelle: RP
 
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