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Düsseldorf
Millionen-Investition für Altstadtwache

Düsseldorf: Millionen-Investition für Altstadtwache
Der Mietvertrag für das bisherige Gebäude der Altstadtwache ist zum 1. März 2017 gekündigt worden. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die Eigentümer werden einen "hohen siebenstelligen Betrag" in das Gebäude investieren, die Arbeiten sollen zügig beginnen. Schon im März 2017 muss die Polizei ihre bisherigen Räume freiziehen. Von Nicole Lange

Die künftige Altstadtwache soll vor dem Einzug der Polizei noch aufwendig umgebaut werden: Die Eigentümer des Gebäudes Heinrich-Heine-Allee 1/Ratinger Straße wollen einen "hohen siebenstelligen Betrag" investieren, um alles für den neuen Mieter herzurichten. Noch in dieser Woche soll alles für die so genannte Genehmigungsplanung vorbereitet und dann der Bauantrag bei der Stadt eingereicht werden. Die Eile ist durchaus angebracht: Der Mietvertrag für das bisherige Gebäude der Altstadtwache ist zum 1. März 2017 gekündigt worden - und ob sich der Vermieter auf eine kulante Übergangsregelung einlässt, ist momentan fraglich.

Rund 2500 Quadratmeter mietet die Polizei im neuen Zuhause an der Ratinger Straße an: das Erdgeschoss, das 1. und 2. Obergeschoss (jeweils komplett) und Teile des 3.Obergeschosses. Passieren muss in dem Gebäude vor dem Umzug aber noch einiges. So werden im Erdgeschoss Gewahrsamszellen eingebaut, die Fenster erhalten kugelsicheres Glas, der Eingangsbereich wird komplett neu gestaltet.

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Vieles soll dabei schöner und service-orientierter werden als in den in die Jahre gekommenen Räumen der bisherigen Wache. Vorgesehen sind beispielsweise kleine Rückzugsbereiche, in denen Verbrechensopfer diskreter als bisher Anzeige erstatten können. Überdies werden auch die Zugänge zum Gebäude neu geregelt: Der bestehende Eingang an der Heinrich-Heine-Allee wird nach dem Umbau ausschließlich zum Polizeibereich führen. Die restlichen Büro-Nutzer des Gebäudes sollen dagegen künftig einen anderen Zugang nutzen können. Dieser wird im Zuge des Umbaus an der Ratinger Straße entstehen. Federführend gestalten wird den Umbau vom Bilker Architektur-Büro Rekowski.

"Es ist uns wichtig, dass sich alle Mieter mit der Situation im Haus wohlfühlen", sagt Robert Kellershohn, Geschäftsführer der Investmentfirma Blackbear Real Estate, der das Gebäude gehört. Man habe frühzeitig die künftigen Nachbarn über die Pläne informiert und ein positives Feedback bekommen: "Der Einzug der Polizei erhöht das Sicherheitsempfinden der Mieter." In den vergangenen Jahren war zweimal in das Haus eingebrochen worden - so etwas, hoffen die Nutzer, sollte mit der Polizei als Nachbar nicht mehr vorkommen. Wenn Festgenommene zu den Gewahrsamszellen gebracht werden, soll das über eine neue Schleuse im hinteren Bereich des Gebäudes passieren - also weit weg von den Büronutzern. Profitieren sollen diese auch von einem hübscheren Äußeren des Hauses: Voraussichtlich ab dem dritten Quartal wird die Fassade erneuert.

Mieter des Hauses sind momentan ein Ingenieur-Büro, eine Rechtsanwalts-Kanzlei und ein Personalberater, auch das Ordnungsamt nutzt dort Flächen. Zwischenzeitlich hatte die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch im 1. Obergeschoss Büroflächen gemietet, diese sind inzwischen aber wieder frei - ebenso wie das Erdgeschoss, das teils als Lagerfläche genutzt wird. Die dortigen Räume, die künftig von der Polizei für den Publikumsverkehr genutzt werden, sollen nach Einschätzung der Eigentümer als erste und pünktlich für den Umzug fertig sein - wenn mit den Genehmigungsverfahren alles glatt läuft.

Schwieriger könnte der Umzug der Garanti-Bank werden, deren Mietvertrag für das 2. Obergeschoss noch bis Frühjahr 2018 läuft. "Das Unternehmen möchte der Polizei gerne entgegenkommen und früher ausziehen", sagte eine Firmen-Sprecherin auf Anfrage. Daher suche die Bank bereits nach neuen Räumen und habe erste Angebote geprüft. Aber: Rund 600 bis 700 Quadratmeter in bester Innenstadtlage sind in der Landeshauptstadt nicht leicht zu finden. Die benötigt die Bank aber definitiv.

Ein Polizeisprecher wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, wie ein möglicher Ausweichplan aussieht, falls die Räume nicht pünktlich fertig werden. Dem Vernehmen nach soll die Polizei aber schon bei ihrem bisherigen Vermieter angefragt haben, ob eine etwas längere Mietdauer denkbar ist. Der irische Privat-Investor ist auf seine Noch-Mieter freilich nicht gut zu sprechen: Vor Bekanntgabe der Umzugspläne hatte es lange Verhandlungen über eine Verlängerung gegeben, doch das Innenministerium - das für die Polizei verhandelte - hatte immer neue Forderungen gestellt. Am Ende hatte der genervte Vermieter seinerseits den Vertrag gekündigt.

Quelle: RP
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