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Kilometerlange Staus keine Ausnahme
Navis sollen Lkw aus Düsseldorf raushalten

Kilometerlange Staus keine Ausnahme: Navis sollen Lkw aus Düsseldorf raushalten
Immer häufiger kommt es zu langen Staus, weil Lkw-Fahrer zu spät feststellen, dass Brücken zu niedrig sind, um darunter hindurchzufahren. FOTO: berger
Düsseldorf. Immer häufiger sorgen Lastwagen in der Düsseldorfer Innenstadt für Staus, weil sie in Wohngebieten feststecken oder an niedrigen Brücken nicht weiterfahren können. IHK und Stadt wollen nun bessere Karten für Navis erstellen lassen. Von Thorsten Breitkopf

Ein Lkw-Unfall auf der Autobahn 52 hat vor drei Wochen weite Teile des Berufsverkehrs in Düsseldorf lahmgelegt. Ein mit einem Windradflügel beladener Schwerlasttransporter hatte sich dort gegen 5 Uhr morgens in einer Rechtsabbiegespur festgefahren - er kam weder zurück noch vor.

Es bildeten sich kilometerlange Staus; innerstädtisch brach der Verkehr in dem Bereich fast völlig zusammen. Erst als eine Ampel abgebaut wurde, konnte der Schwertransporter nach mehreren Stunden aus seiner misslichen Lage befreit werden.

Solche Szenen sind längst keine Ausnahme mehr in Düsseldorf und anderen Städten der Rheinschiene. IHK und die Stadt Düsseldorf wollen die Zahl solcher unnötigen Verkehrsbehinderungen künftig verringern.

Schwertransporter fährt sich am Nördlichen Zubringer fest FOTO: Hans-Juergen Bauer

"Wir beobachten immer wieder, dass Lastwagen in Wohngebiete fahren und dann an einer engen Kurve nicht weiterkommen. Das gleiche Bild gibt es in Düsseldorf oft vor Straßen- und Eisenbahnbrücken, die so niedrig sind, dass die Lkw nicht durchkommen", sagt Monika Frohn vom Bereich Verkehr und Handel der IHK Aachen.

Sie kennt die Ursachen des Problems. "Die Lastwagen-Fahrer nutzen meist Navigationsgeräte, die eigentlich für Autofahrer vorgesehen sind", sagt Frohn. Sie bieten bislang keinerlei Hinweise auf niedrige Durchfahrten, für Lkw nicht passierbare Baustellen oder zu enge Straßen. Durch die in der Stadt feststeckenden Lkw entstünden nicht nur ärgerliche Staus, sondern auch wirtschaftliche Schäden für die Spediteure und psychischer Druck auf die Lkw-Fahrer.

Lastwagen-Fahrer stürzt mit Lkw in Rhein FOTO: dpa

Die Industrie- und Handelskammern im Rheinland haben sich nun zusammengeschlossen, um Abhilfe zu schaffen. Die Rheinland-IHKs (Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal-Solingen-Remscheid), der Verkehrsverbund Rhein-Sieg und das Mobilitätsportal "mobil-im-rheinland" haben bei einer Veranstaltung in Düsseldorf ihr gemeinsames Projekt gestartet.

Mit dem vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Programm sollen teilnehmende Kommunen die Möglichkeit erhalten, Karten für ihre Gebiete zu erstellen, die für Lkw-Fahrer wichtige Informationen wie zum Beispiel Gewichts- und Breitenbegrenzungen sowie Durchfahrtshöhen oder -verbote enthalten. Ziel sei es, Hindernisse auszuschließen, anstatt Lkw-Verkehr zu behindern. "Das Projekt erhöht die Verkehrssicherheit, steigert die Effizienz der Logistik und optimiert die Infrastrukturnutzung", sagt Projektleiterin Frohn.

Die fertigen Karten sollen dann als Open-Source den Navigationsgeräte-Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Auch Empfehlungen, bestimmte Umweltzonen weiträumig zu umfahren, sollen Teil des Projektes sein. "Wir halten den Aufwand für die Kommunen für überschaubar", sagt Frohn. Der Erfolg der Initiative sei letztlich davon abhängig, wie viele Kommunen sich beteiligen und in wie viele Lkw-Führerhäuser die Zusatzinformationen Eingang finden.

Das Projekt werde von der Landeshauptstadt Düsseldorf nach Kräften unterstützt, sagte ein Stadtsprecher. Es wurde bereits von der Arbeitsgruppe Verkehr der Initiative Metropol Region Rheinland aufgegriffen. Düsseldorfs Verkehrsdezernent Stephan Keller soll dazu beim nächsten Regiogipfel am 8. Mai referieren.

Quelle: RP
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