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Düsseldorf
Nie so viele Jobs in Düsseldorf wie heute

Düsseldorf: Nie so viele Jobs in Düsseldorf wie heute
Walter Wiegand arbeitet seit über 35 Jahren in der Werkstatt für angepasste Arbeit. Hier bedient er eine CNC Fräsmaschine. In Düsseldorf ist jeder zwölfte Einwohner schwerbehindert. Die Chance, einen Job zu finden hat sich für diese Gruppe in den vergangenen Jahren verschlechtert. FOTO: günter von Ameln
Düsseldorf. Die Arbeitslosenquote ist, auch wegen des bislang milden Winters, auf 8,2 Prozent gefallen. Das Ziel einer Jugendarbeitslosigkeit von unter sechs Prozent wurde erreicht. Immer schwieriger wird es für Schwerbehinderte. Von Thorsten Breitkopf

Nie waren in Düsseldorf mehr Menschen in einer Beschäftigung als im November dieses Jahres. Insgesamt 388.400 Menschen waren Ende vergangenen Monats in der NRW-Landeshauptstadt in einem Job tätig. Vor einem Jahr lag die Zahl noch um 2500 niedriger.

Die Arbeitslosigkeit ist in Düsseldorf im Zuge der auslaufenden Herbstbelebung erneut und stärker als im Landesdurchschnitt gesunken. Ende November waren 26.248 Düsseldorfer arbeitslos gemeldet - 361 weniger als im Oktober und 432 weniger als im vergangenen Jahr. Das ist der niedrigste Stand in diesem Jahr. "Diese Entwicklung ist durchaus saisonüblich. Auch hat der Winter noch nicht eingesetzt. Dadurch konnten witterungsbedingte Freistellungen bisher verhindert werden", sagt Roland Schüßler, Chef der Agentur für Arbeit Düsseldorf. Er weist auf die Nutzung des Saison-Kurzarbeitergeldes in der beginnenden Schlechtwetterzeit hin, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Auch die Jugendarbeitslosigkeit ist auf einen neuen Tiefstand gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist von Oktober auf November um 41 oder rund drei Prozent auf knapp 1400 Personen gesunken. Die Jugendarbeitslosigkeit lag damit auch unter dem Niveau von vor einem Jahr. Die aktuelle Arbeitslosenquote für junge Menschen liegt bei 5,2 Prozent und damit deutlich unter der allgemeinen Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent. Zu seinem Amtsantritt hatte Schüßler es in einem RP-Interview zu seinem wichtigsten Ziel erklärt, die Jugendarbeitslosigkeit dauerhaft unter der Marke von sechs Prozent zu halten. Seit August geht kontinuierlich die Arbeitslosigkeit bei jüngeren Menschen zurück. "Für einige endete mit dem Beginn der Berufsausbildung auch noch im November die Arbeitslosigkeit", so Schüßler.

Abgekoppelt von diesem Trend verschlechtern sich die Beschäftigungsaussichten für Menschen mit schwerer Behinderung in Düsseldorf. "Die Arbeitslosigkeit der Menschen mit Schwerbehinderung hat sich ungünstiger entwickelt als die aller Arbeitslosen", sagt Schüßler. In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung um 43 Prozent angestiegen, während die Gesamt-Arbeitslosenquote um etwa vier Prozent gesunken sei. "Die Arbeitslosigkeitsdauer bei schwerbehinderten Arbeitslosen ist erfahrungsgemäß auch deutlich länger als bei Arbeitslosen ohne Schwerbehinderung", sagt Schüßler.

Die Präsentation der Arbeitsmarktzahlen fand gestern in der Werkstatt für angepasste Arbeit (WfaA) statt. Dort würden an mehreren Standorten insgesamt 1500 Schwerbehinderte beschäftigt, die auf dem Arbeitsmarkt keine Stelle finden, sagt Thomas Schilder, Geschäftsführer der WfaA. Jeder zwölfte Einwohner Düsseldorfs ist laut Schilder schwerbehindert. Probleme bei der Vermittlung von Jobsuchenden mit Behinderung entstehen vor allem durch falsche Vorstellungen der Arbeitgeber.

Quelle: RP
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