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Bücherbummel in Düsseldorf
Aspasia Ouliou verkauft online Kinderbücher in vielen Sprachen

Online-Bücher neu beim Bücherbummel 2017 in Düsseldorf
Aspasia Ouliou mit einer Auswahl von fremdsprachigen Kinderbüchern an ihrem Schreibtisch. Die 42-Jährige arbeitet von zu Hause aus. Hier pflegt sie nicht nur ihren Onlineshop, sondern hat auch einen eigenen Lagerraum. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Aspasia Ouliou eröffnete ein Internet-Geschäft für fremdsprachige Kinderbücher. Aktuelles wie "Harry Potter", aber auch Klassiker wie "Der kleine Prinz" und "In 80 Tagen um die Welt" werden in vielen Sprachen sehr häufig bestellt. Von Alessa Brings

Aspasia Ouliou hat ihren Traum zur Wirklichkeit gemacht. Sie hat ihre eigene Buchhandlung eröffnet. Aber nicht irgendeine, sondern eine für Kinderliteratur in Griechisch, Italienisch, Spanisch und Französisch. Auf der Webseite ihres Online-Buchhandels können Eltern die Bücher bestellen.

Mit einer Auswahl ihrer Ware wird die Deutsche mit griechischen Wurzeln beim Bücherbummel, der ab heute bis Sonntag, 11. Juni, auf der Königsallee stattfindet, präsent sein. Passend zu ihrem Konzept steht ihr Stand direkt neben dem Kinderlesezelt. Es ist der erste Bücherbummel für die Buchhändlerin, die im Dezember 2014 ihre Webseite aktivierte. Ouliou ist in erster Linie gespannt, hat aber keine großen Erwartungen. Es könne sein, dass viele bilinguale Familien an den Tagen da seien und auf ihren Stand aufmerksam würden. Es könne aber auch sein, dass ihr Konzept nicht verstanden werde, sagt sie.

Wo gibt es griechische Kinderbücher?

Ouliou ist die Tochter von griechischen Eltern und in Deutschland geboren. Ihre Söhne erzieht sie zweisprachig und liest ihnen oft aus griechischen Kinderbüchern vor. Ouliou fiel auf, dass man griechische Kinderbücher nicht in Buchhandlungen und auch nur schwierig im Internet bekommt. Sie setzte sich mit Buchhandlungen in Griechenland und griechischen Vereinen in Deutschland in Verbindung. Jeder hatte das gleiche Problem: Fremdsprachige Literatur wurde nur während des Urlaubs eingekauft und mit nach Deutschland gebracht. Mit spanischer und italienischer Kinderliteratur war es ebenso.

Aspasia Ouliou wollte das ändern. Damals noch anderweitig angestellt, entwickelte sie ihre Webseite und bot griechische Kinderbücher zum Verkauf an. Diese hatte sie in Griechenland gekauft. Da sie Romanistik studiert hat und daher Spanisch und Italienisch spricht, nahm sie auch spanische und italienische Kinderbücher in ihr Sortiment auf. Dafür kooperierte sie mit Verlagen und Zwischenhändlern in den jeweiligen Ländern.

Schnell merkte Ouliou, dass man ein Geschäft "nicht einfach so" gründet. "Man macht alles, Buchhaltung, den Einkauf, Marketing, Vertrieb, die Pflege des Shops und der sozialen Medien", sagt sie. Sie kündigte ihren Job, um sich ganz auf den Buchhandel zu konzentrieren. Seitdem sie ihr Unternehmen hat, habe sie viel dazu gelernt, sagt sie. Zudem stehe der 42-Jährigen ihr Mann zur Seite. "Er arbeitet als Vertriebsleiter und kennt sich daher mit Zahlen bestens aus. Für jede kritische Anregung bin ich dankbar", sagt sie. So kann sie ihr Konzept immer optimieren.

Aspasia Ouliou liest jedes Buch, bevor sie es verkauft

Neben griechischen, italienischen und spanischen Werken bezieht Ouliou jetzt auch französische Bücher. Die Buchhändlerin liest jedes Buch selbst, bevor sie es ihren Kunden zum Verkauf anbietet. "Dadurch kann ich meinen Kunden wirklich gute Qualität versprechen", sagt sie. Mittlerweile verkauft sie auch Jugendliteratur und ein paar Bücher für Erwachsene. "Irgendwann haben mich die Eltern gefragt, ob auch fremdsprachige Literatur für sie dabei wäre", erzählt Ouliou und lacht.

Die Romane für Erwachsene liest sie meist nur an. Hier orientiert sie sich an Klassikern und Bestsellern in den jeweiligen Ländern - wenn sie ihr gefallen. "Manchmal kann ich mit fremdsprachigen Bestsellern thematisch nichts anfangen. Dann kann ich die nicht verkaufen", sagt Ouliou. Ihren Lagerraum hat sie im Keller des Hauses. Dort befinden sich die Bestellungen der Kunden und ein Vorrat an beliebten Büchern.

Kurt Nellessen, Geschäftsführer des Bücherbummels, freut sich, dass "bibliomagia" auf der Königsallee dabei ist. Die Veranstaltung habe ihr Gesicht verändert, sagt er, und werde sich künftig weiter ändern. Schließungen von Buchhandlungen seien eine Ursache dafür. Die Organisatoren des Bücherbummels kooperieren laut Nellessen derzeit mit Verlagen, um keine Lücken entstehen zu lassen. Bereits vorhandene wurden durch Antiquariats-Händler gefüllt. Wie sich der Bücherbummel zukünftig entwickeln wird, könne er nicht absehen.

Quelle: RP
 
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