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Düsseldorf
Orkan-Schaden ist größer als gedacht

Düsseldorf: Orkan-Schaden ist größer als gedacht
Umweltdezernentin Helga Stulgies (links) steht mit der Leiterin des Gartenamt-Betriebshofes Silke Wilhelm vor großen Aufgaben. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Die Bilanz fällt bitter aus: Rund 20 000 Bäume zerstörte das Unwetter am Pfingstmontag, die Aufräumarbeiten werden noch Monate dauern. Das Holz wird vermarktet und verwertet, doch sollen auch die Bürger ihren Anteil bekommen. Von Torsten Thissen

Das Chaos bekommt langsam Ordnung. Auch, um das zu vermitteln, hatte die Stadt gestern auf den Betriebshof des Gartenamtes eingeladen, um einen neuen Überblick über die Aufräumarbeiten in den Parks, Gärten, auf den Kinderspielplätzen, den Friedhöfen und nicht zuletzt in den Wäldern zu geben. Berge von Holz liegen auf dem Gelände, dicke Stämme, dünne Zweige, Laub und Wurzeln. Es sieht aus, als hätten die Biber der Welt eine gigantische Party in Düsseldorf gefeiert - und das Gartenamt darf nun aufräumen. Umweltdezernentin Helga Stulgies sagt: "Wir werden vermutlich noch Monate brauchen."

Düsseldorf: Ein Monat nach dem Sturm Ela FOTO: Uwe-Jens Ruhnau

Dabei ist das das Gartenamt seit Pfingstmontag mit 350 Menschen im Einsatz. Außerdem wurden 40 Firmen aus dem ganzen Land mit der Beseitigung der Schäden beauftragt. Wie schwierig und langwierig das alles aber ist, sieht man etwa am Rosengarten hinter dem Spee'schen Palais, wo in der vergangenen Woche Baumkletterer aus Flensburg gearbeitet haben. Sie wurden immer wieder von Passanten angesprochen, ob man denn eben einen Blick in den Park werfen könne, doch das ging nicht, zu gefährlich. Eindringlich warnte Stulgies noch einmal davor, gesperrte Anlagen und die Wälder zu betreten. Gerade jetzt, wenn der Boden durch den zusätzlichen Regen noch einmal aufgeweicht ist, ist das lebensgefährlich. Wer einmal einen bloß armdicken Ast 30 Meter tief fallen gesehen hat, weiß, was sie meint. Unter Strafe steht gar das Betreten der Wälder. Dort fällt die Bilanz der Schäden übrigens noch erschreckender aus. Gesperrt sind und bleiben der Grafenberger und der Aaper Wald sowie die Privatwälder in Angermund. 20 000 Bäume sind wohl gefallen, bisher war man von der Hälfte ausgegangen.

Fotos: Die umgeknickten Bäume von den Rheinwiesen FOTO: Andreas Endermann

Ausgenommen von der Sperrung ist der Wildpark. Ebenfalls freigegeben ist der Waldspielplatz Müllers Wiese. Im südlichen Stadtwald sind der Urdenbacher Altrhein, der Forst Eichenhorst in Garath und Hasseler Forst wieder freigegeben. Weil Sommerferien sind, sollen möglichst viele Kinderspielplätze bald wieder geöffnet sein. Immerhin können auf 248 der 430 Kinderspielplätze wieder benutzt werden. Auch der neue Wasserspielplatz in Eller kann benutzt werden. Dort sind die Bauarbeiten beendet.

Aktionsplan nach dem Sturm

Auch einige Parks sind wieder freigegeben worden: Aktuell sind folgende Grünanlagen auf Gefahrenstellen kontrolliert und gesichert worden: Sonnenpark, Floragarten, IHZ-Park, Derendorfer Stadtquartiere und Maurice-Ravel-Park, Nachbarschaftspark Am Stufstock, Nachbarschaftspark Am Hackenbroich und Teile des Nordparks: Wasserachse, Fontänenplatz, Ballhaus, "Bauspielplatz", Nordparkcafé, WGZ-Bank-Park und Stadtwerkepark.

Was von Orkan "Ela" bleibt, ist vor allem Holz und Grünschnitt. So wurden zwischen Pfingsten und Ende Juni rund 3 500 Tonnen Grünschnitt und Bruchholz bei der Kompostierungsgesellschaft Düsseldorf-Mettmann (KDM) angeliefert. Bis Mitte Juli soll der noch auf Zwischenlager-Flächen untergebrachte Grünschnitt zur KDM transportiert werden. Stämme und Äste werden getrennt und zu Hackschnitzeln und Kompost verarbeitet. Holz in guter Qualität wird auf vier Meter lange Stammstücke geschnitten und gelagert. Das Stammholz aus kleineren Grünanlagen wird ebenfalls zu diesen Sammelplätzen gebracht. Dann wird des verkauft.

Für die Bürger soll es im Herbst Holz geben. Gegen eine Spende kann sich dann jeder Stämme in den Kofferraum laden. Allerdings muss das Holz noch zu Scheiten gespaltet und gelagert werden. Termine werden noch rechtzeitig genannt.

Quelle: RP
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