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Düsseldorf
Das Akustik-Problem der Arena

Bilder: So hat Paul McCartney die Düsseldorfer Arena gerockt
Bilder: So hat Paul McCartney die Düsseldorfer Arena gerockt FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Viele Zuschauer waren verärgert über schlechten Sound beim Paul-McCartney-Konzert. Es ist nicht das erste Mal, dass die Akustik der Arena in der Kritik steht. Ein Tontechniker im Publikum beklagt gesundheitsgefährdende Lautstärke. Von Arne Lieb

Paul McCartney präsentierte sich in Düsseldorf in bester Form - trotzdem verließen viele Besucher das Konzert in der Esprit-Arena mit Wut im Bauch, und das teilweise schon weit vor dem Ende des Konzerts. Der Grund war ein schlechter Sound. Bei RP Online und auch auf den Facebook-Seiten des Musikers und der Konzertagentur machten viele ihrem Ärger Luft. Nur mit zugehaltenen Ohren sei der Lärm zu ertragen gewesen, beklagt etwa ein Besucher, der bereits nach einem Drittel des Konzerts den Heimweg antrat. "Die erste Bahn zurück in die Stadt war bereits voll, so viele flohen vor diesem unwürdigen übersteuerten Lärm", beklagt er bei Facebook. Ähnlich erging es auch einem Ehepaar, das unserer Redaktion geschrieben hat: "Nach einem Kartenkauf von über 300 Euro mussten wir uns ein derart schlecht abgemischtes Konzert anhören, dass wir neben sehr vielen anderen Besuchern die Halle vorzeitig verlassen haben."

Für Beschwerden sorgt vor allem sehr hohe Lautstärke. Die ärgerte auch Arno Klenke. Der als Zuschauer anwesende Tontechniker aus Düsseldorf meint, der Sound sei eigentlich gut abgemischt gewesen - aber so laut, dass es schmerzte. "Ich glaube sogar, dass das Konzert lauter als erlaubt war", sagte er aus seiner beruflichen Erfahrung. Er hat das Ordnungsamt angeschrieben, weil er befürchtet, dass die Lautstärke zu Hörschäden bei Besuchern führte - ohne dass das bei diesem Konzert zu erwarten war.

Paul McCartney winkt Fans in Düsseldorf zu FOTO: David Young

Dabei war der Auftritt des 73 Jahre alten Ex-Beatles vor 27.359 Zuschauern in der ausverkauften Arena eigentlich auch technisch ein Höhepunkt: 300 Tonnen Material wurden per Flugzeug aus Buenos Aires für den Europaauftakt der Tournee angeliefert. Die Sound-Anlage wurde eigens für das Konzert aufgebaut. Mehrere Tage dauerte der Aufenthalt von McCartneys Tour-Crew in Düsseldorf - eigentlich blendende Voraussetzungen für guten Klang. Wie der Veranstalter, die Konzertagentur Peter Rieger, und die Hallengesellschaft das Konzert einschätzen, war gestern nicht zu erfahren. Beide gaben auf Anfrage kein Statement ab.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Akustik der Arena in den Fokus gerät. Immer mal wieder gibt es Kritik von Besuchern. Die trifft auch andere Künstler, die viel Erfahrung mit großen Hallen haben. So zeigten sich etwa viele Besucher enttäuscht vom Sound beim jüngsten Depeche-Mode-Auftritt in Düsseldorf vor drei Jahren. Ob der schlechte Sound ein Düsseldorfer Phänomen ist, ist aber unklar: Auch bei Konzerten in anderen Fußballstadien ist mieser Klang immer wieder ein Thema, wie sich an Beschwerden im Internet ablesen lässt. "Stadien sind oft vor allem für Fußball gebaut und deshalb diffizil für Konzerte", sagt Tontechniker Lukas Middelmann vom Kölner Ausbildungsinstitut SAE. Zwar gehöre zur Planung dazu, dass die mit den Musikern reisenden Tontechniker vorher genaue Informationen erhalten, trotzdem könne vor Ort viel schief gehen. "Unangenehme Phänomene wie Echos, Auslöschungen oder ein überbetonter Bass treten schnell auf", sagt Middelmann.

Immerhin: Bei Musikern scheint die Arena über keinen schlechten Ruf zu verfügen. Denn die nächsten Superstars folgen McCartney bald - und hoffentlich mit gutem Sound: Am 15. Juni sind AC/DC mit Ersatzsänger Axl Rose zu erleben, am 12. Juli folgt R'n'B-Ikone Beyoncé.

Fans warten auf Paul McCartney in Düsseldorf FOTO: UJR
Quelle: RP
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