| 00.00 Uhr

Serie Save Food
Reinbeißen statt wegschmeißen

Serie Save Food: Reinbeißen statt wegschmeißen
Die Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in Gerresheim sind stolz auf den ersten Platz beim Save-Food-Schulwettbewerb und die damit verbundenen 1000 Euro Preisgeld, die in ein neues Projekt reinvestiert werden sollen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Auch nach dem Gewinn des ersten Preises beim "Save Food"-Wettbewerb wollen sich die Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums weiter gegen Lebensmittel-Verschwendung engagieren. Sie unterstützen ein "Crowdplanting"-Projekt. Von Christopher Trinks

Nachhaltigkeit beim Umgang mit Nahrungsmitteln lautete das Thema, mit dem sich die Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in Gerresheim in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt haben. Anlass war der Save-Food-Schulwettbewerb. "Zuvor konnten wir damit nichts anfangen. Das Thema Lebensmittelverschwendung hörte man zwar immer mal in den Medien, aber ohne konkrete Beispiele war es schwer fassbar," sagt Maximilian Höhn, der mit seinen Mitschülern für die Präsentation des Projektes zuständig war. "Durch die Recherche wurde uns manches erst bewusst. Auch, dass das Thema mit dem eigenen Griff in den Kühlschrank viel zu tun hat", ergänzt Sina Geerken.

Unter dem Motto "Statt wegschmeißen - reinbeißen!" entwickelten die Erdkunde-Grundkurse Konzepte, mit deren Hilfe das Bewusstsein beim Umgang mit Lebensmitteln an der eigenen Schule geschärft werden kann. Dafür erhielten sie beim Wettbewerb den ersten Preis. Herausgekommen sind Mülleimer-Schilder auf dem Schulhof, ein digitales Kochbuch zur Verwertung von Lebensmittelresten sowie Instagram-Accounts und spezifische Snapchat-Filter. Gerade von den sozialen Medien erhoffen sich die Schüler viel. "Wir wollen besonders bei jüngeren Leuten damit Aufmerksamkeit erreichen und weitergeben, was wir im Laufe des Projekts gelernt haben. Das klappt durch die Reichweite von Social Media in unserer Generation ganz gut", sagt Moritz Steppler. Doch mit dem Sieg endet nicht das Engagement der Gerresheimer. Unter dem Schlagwort "savelicious" posten die Schüler auch weiterhin regelmäßig Bilder auf Instagram, wie man zum Beispiel leckeres Pesto aus dem Grünzeug der Möhren herstellt. Zudem sorgten die Schüler dafür, dass der Film "Essen im Eimer - die große Lebensmittelverschwendung" in den Lehrplan aller Religions- und Philosophiekurse des Gymnasiums integriert wird.

Angestoßen wurde die Teilnahme am Wettbewerb aus der Elternschaft. Katrin Jahnke-Pfister setzt sich schon seit Jahren im "Arbeitskreis Nachhaltigkeit" für mehr FairTrade-Produkte und weniger Lebensmittelverschwendung ein. Durch ihre Fürsprache waren die Erdkunde-Lehrerinnen Julia Illing und Lena Pfister sofort begeistert von der Aktion. "Nachhaltigkeit und zukunftsorientiertes Handeln ist schließlich auch ein Geografie-Thema, das schwingt im Lehrplan absolut mit", sagt Illing. Die Schüler lernten bei dem Projekt also nicht nur mehr Bewusstsein für den eigenen Umgang mit Lebensmitteln, sondern erlangten nebenbei auch Kompetenzen wie Teamwork und Ideenentwicklung.

Obwohl das Projekt als Unterrichtsinhalt mit dem Gewinn des ersten Preises beendet ist, geht das Engagement der Schüler weiter. So wollen sie mit dem Preisgeld von 1000 Euro ein sogenanntes "Crowdplanting"-Projekt unterstützten. Dazu werden zwei Orangenbäume eines Bio-Bauerns aus Spanien gekauft, deren Ernte dann direkt an die Schule geliefert wird. Das unterstützt den rein bedarfsorientierten Anbau, so dass weniger Früchte im Müll landen. Aus diesen Orangen soll dann gemeinsam mit anderen Früchten, die als nicht ästhetisch genug für den Verkauf kategorisiert wurden, Smoothies hergestellt und auf dem Schulhof verkauft werden.

Da die Schüler für das Projekt viel Freizeit investiert haben, wird mit einem Teil des Preisgeldes auch ein besonderer Ausflug finanziert: Gemeinsam mit der Lehrerin geht es in ein paar Wochen auf eine Rafting-Tour.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Save Food: Reinbeißen statt wegschmeißen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.