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Lokalsport
Meilensieger Giuliani hat noch viel vor

Düsseldorf. Mit Jockey Filip Minarik gewinnt der Hengst des Stalles Ullmann den ersten deutschen Grand Prix 2016 auf der Galopprennbahn in Grafenberg. Im Sommer soll er noch deutlich größere Siege holen. Von Daniel Delius

Manchmal muss man vor einem Pferderennen zum Führring gehen, dort, wo die Pferde dem Publikum noch einmal gezeigt werden. Wer von den Vierbeinern dort am besten aussieht, der hat am Ende meist auch die Nase vorn. Das war vor der Frühjahrsmeile, dem Hauptereignis gestern auf der Grafenberger Rennbahn, nicht anders. Guiliani, der fünf Jahre alte Hengst im Besitz des Stalles Ullmann, sah aus wie ein Gemälde, glänzte im Fell und setzte das auch im Rennen um: Er gewann die mit 55.000 Euro dotierte Frühjahrsmeile, den ersten Grand Prix des deutschen Turfs 2016.

"Er ist immer ein sehr ehrgeiziges Pferd, ist deshalb schwer einzuschätzen, aber wir haben uns schon etwas ausgerechnet", kommentierte Trainer Jean-Pierre Carvalho den Sieg seines Schützlings. Jockey Filip Minarik ritt den Hengst aus der Reserve, griff erst Mitte der Zielgeraden entscheidend an und verwies den Favoriten Lucky Lion noch sicher auf Platz zwei. "Es war für ihn sicher nicht das wichtigste Rennen des Jahres", fügte Carvalho hinzu, "eventuell läuft er jetzt in Frankreich. Und im Sommer haben wir dann noch ein paar andere große Rennen im Auge." Carvalho, ein seit vielen Jahren in Deutschland tätiger Franzose, früher als Jockey aktiv, trainiert auf einer Trainingsanlage in Bergheim bei Köln rund 70 Pferde, Guiliani ist derzeit sein vierbeiniges Aushängeschild.

Lucky Lion hat in der Niederlage keineswegs enttäuscht, nichts zu bestellen hatte hingegen mit Drummer der Ritt von Championjockey Andrasch Starke. Der frisch von einem mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt in Japan zurückgekehrte Reiter ging bei seinem ersten Tag in Deutschland leer aus.

Ein eher perspektivisches Rennen war der Derby-Trial, eine Vorbereitungsprüfung auf das Deutsche Derby, das in drei Monaten in Hamburg ausgetragen wird. Ein etwas überraschender Sieger war Swinging Duke, trainiert von Markus Klug, der seine Pferde vor den Toren Kölns auf der privaten Anlage des Gestüts Röttgen trainiert. "Morgens zeigt er überhaupt nichts", meinte Klug, "aber heute hat er mich im Rennen endgültig überzeugt."

Mit drei Siegen war Klug der Trainer des Tages an diesem Renntag, an dem 6000 Besucher gezählt wurden. Noch besser war die Bilanz für seinen neuen Stalljockey, denn Adrie de Vries gewann gleich vier Rennen. Neben Swinging Duke waren Veneto und Kasalla wichtige Sieger für ihn. Kasalla ist eine Stute, die für den Henkel-Preis der Diana in Betracht kommt. "Das Rennen haben wir im Auge", sagt Klug.

Die lokalen Trainer gingen nicht ganz leer aus: Sascha Smrczek holte sich mit Power Star das siebte Rennen, Miguel Lopez saß im Sattel. Eine dicke Überraschung, denn bisher hatte der vier Jahre alte Wallach noch nicht viel bewegen können.

Quelle: RP
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