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Lokalsport
SC West erreicht sein Hinrundenziel

Düsseldorf. Der Aufsteiger in die Fußball-Oberliga erlebte Höhen und Tiefen und überwintert im Mittelfeld. Von Christoph Zabkar

Die Fußball-Oberliga geht in die Winterpause, und der Aufsteiger SC West hat schon über die Hälfte seines Abenteuers bestritten. Allerdings sieht es nicht so aus, als würde das Team von Trainer Marcus John es bei einem einmaligen Besuch in dieser Spielklasse belassen.

Der Saisonverlauf Der SC West hat die Euphorie aus der Relegation mitnehmen können und startete fulminant in die Saison. Erst am achten Spieltag kassierten die Düsseldorfer ihre erste Niederlage, blieben dann allerdings für weitere fünf Partien ohne Sieg. Nach den gemachten Positiv- und Negativ-Erfahrungen haben sich die Oberkasseler zum Schluss wieder gefangen. Zählt man den 3:1-Erfolg gegen Oberhausen II als letztes Pflichtspiel des Jahres dazu, so hat sich der Verein mit 24 Punkten sogar leicht über die eigenen Zielsetzung von 23 Punkten "geschummelt".

Der Höhepunkt Mit dem 2:1 über den Aufstiegsfavoriten und aktuellen Tabellenführer Wuppertaler SV fand der grandiose Saisonauftakt des SCW seinen Höhepunkt. Über 2100 Zuschauer peitschten den WSV im eigenen Stadion nach vorne, während auf der Gegentribüne eine überschaubare 18-köpfige Fangruppe aus Düsseldorf zur Unterhaltung beitrug. Zunächst durfte man die Schlachtrufe á la "hier regiert der SC West" nur mit einem Lächeln abtun, dann aber schnürte Abdelkarim Afkir den entscheidenden Doppelpack.

Der Tiefpunkt Für die weitesten Auswärtsfahrten hatte der Verein extra einen Bus gechartert. Letztlich hätte man sich das Benzingeld für das rund 90 Kilometer entfernte Pokalspiel beim 1. FC Bocholt (0:5) aber genauso sparen können wie die darauffolgende Liga-Begegnung beim fast 100 Kilometer entfernten SV Hönnepel Niedermörmter (2:5). Komplettiert wurde der punktarme Oktober mit der unnötigen 0:2-Heimpleite gegen den VfB Hilden.

Zum Kader Die John-Elf hatte vor der Saison einige Abgänge zu verzeichnen und dafür neue Hoffnungsträger geholt. Der Senkrechtstarter hieß dabei Abdelkarim Afkir. In den ersten Wochen war der Erfolg des SCW unmittelbar mit dem Namen des Turu-Transfers verbunden, hat er in den ersten fünf Partien doch gleich viermal getroffen. Zuletzt lief er dieser Form aber hinterher. Neben Afkir sicherten sich die erfahrenen Spieler wie Tim Erfen oder "Apo" Keseroglu erwartungsgemäß einen Stammplatz, während die Flügelzange um Fabian Stutz und Dennis Ordelheide erst gegen Ende des Jahres zum Zuge kam. Beim Sieg gegen RWO II zahlten sie das Vertrauen mit Toren zurück. "Ich habe immer gesagt, dass Beide noch wichtig werden. Der Auftritt war ein gutes Signal", meint John.

Die Aussortierten Für Ivan Franck Sapouma und Björn Zöpfgen erwies sich die Zeit bei West nur als kurzes Intermezzo. Bereits nach einer halben Saison stehen die Zeichen wieder auf Trennung. Während Zöpfgen sein Hauptaugenmerk auf sein Psychologiestudium richten möchte, beklagte John die unregelmäßige Trainingsbeteiligung Sapoumas. Sportlich habe es am Ende aber bei beiden nicht gereicht. Die Anzahl der Oberliga-Einsätze (Null) sprechen für sich.

Fazit Der SCW hat seine Oberliga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt. In Anbetracht einiger Verletzungen zeigten sich aber Mängel in der Kaderbreite. Kapitän Christoph Zilgens agierte wegen fehlender Alternativen zuletzt in der Verteidigung, Flügelflitzer Ryutaro Omote rückte dafür sogar einmal auf die Doppel-Sechs. Schwer wogen zudem der Ausfälle sämtlicher Außenverteidiger. Wenn der SCW wieder aus dem Vollen schöpfen kann und dazu das anfängliche Selbstbewusstsein wieder aufbringt, sollte der Klassenerhalt gelingen. Der neunte Platz liest sich gut, ist aber nicht ungefährdet. Fünf Zähler beträgt der Abstand zur Abstiegszone, drei zu Rang sechs. Trotzdem lautet die Prognose: Platz im Mittelfeld.

Quelle: RP
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