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Düsseldorf
Stadt will Pokémon-Fans nicht noch mehr entgegenkommen

Oberbürgermeister Geisel besucht Pokémon-Go-Spieler
Düsseldorf. Einen Foodtruck, die neudeutsche Variante eines Imbisswagens, wird es für die Pokémon-Spieler auf der Girardet-Brücke wohl nicht geben. Ein Stadtsprecher sagte, ein solcher Truck würde "die Situation nur noch verschärfen".

Die Stadt habe die Girardet-Brücke Mitte Juli gesperrt, um die Sicherheit der Spieler wie auch der übrigen Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Das sei ein Entgegenkommen der Stadt gewesen. Inzwischen herrsche auf der Bücke jedoch "auch aufgrund des rücksichtslosen Verhaltens mancher Pokémon-Fans zeitweise ein Ausnahmezustand", der zunehmend für Beschwerden sorge. Hungern müssen die Spieler dennoch nicht: Viele Unternehmen nutzen ihre Anwesenheit für Marketingaktionen, bringen kostenlos Pizza oder Getränke vorbei, gestern verkauften Spieler untereinander Kuchen für einen guten Zweck.

Für Dienstagmittag hat sich Oberbürgermeister Thomas Geisel auf der Brücke angekündigt. Er wolle sich selbst ein Bild von der Situation machen, teilte er Mike Pernox mit. Der Student, der eine Pokémon-Facebook-Gruppe für Düsseldorf gegründet und offenbar auch auf der Brücke die Rolle eines Spielleiters eingenommen hat, hatte Montag verkündet, Geisel einen Dankesbrief geschrieben und ihn eingeladen zu haben. Der habe nicht nur angenommen, sondern auch erste Kritik geübt, etwa am Umgang der Spieler mit Passanten: "Hier sind die Spieler nicht in gleicher Weise rücksichtsvoll gegenüber anderen, wie wir es ihnen gegenüber sind. Schade." Auch gegen das illegale Parken auf der Brücke werde die Stadt vorgehen.

Pokémon-Jagd auf der Girardet-Brücke FOTO: Hans-Jürgen Bauer

Geisel selbst hatte Ende Juli entschieden, die Girardet-Brücke bei Bedarf sperren zu lassen, nachdem die Zahl der Pokémon-Spieler stets angestiegen war. Aus dem OB-Büro war auch der Beschluss gekommen, zusätzliche Mülleimer und drei Dixi-Klos aufzustellen, zumindest während der Sommerferien. Seither wird die Brücke in der Regel täglich ab 13 Uhr wegen des großen Andrangs gesperrt.

Jetzt aber soll Geisel sich auch für einen Umzug der Spieler auf den Burgplatz ausgesprochen haben. Die Idee hatte Pokémon-Aktivist Pernox kürzlich in einem Interview geäußert. Dabei liegt ein solcher Umzug weder in seiner noch der Hand der Stadt: Die vier virtuellen Anspielpunkte, die die Girardet-Brücke zufällig in den Mittelpunkt des Spielerinteresses gerückt hat, kann einzig Spielentwickler Niantic von dort verlegen.

(sg)
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