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Schnibbeltheater
Mundart-Ensemble probt für nächste Premiere

Schnibbeltheater: Mundart-Ensemble probt für nächste Premiere
Monika Thelen (l.) und Gaby Schumacher sind nach fast 20 Jahren noch immer beim Schnibbeltheater dabei. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Sie könne nicht mehr, heult Käthe Wetzig. Der Betrug des Ehemanns hat sie aufgebracht, und ausgerechnet die immer neugierige und wohl auch durch Eifersucht getriebene Nachbarin Zöffke Schönrabe muss noch in Küchenschürze ständig dazwischen funken. Die beste Freundin, "et Finche", wird nicht müde zu betonen, dass alles nur ein Missverständnis sei. Es sind Proben im Pestalozzi-Haus, für die Szene des dritten Aktes hat Regisseur Siegbert Macha das Licht dimmen lassen. Das Düsseldorfer Schnibbeltheater begeht seinen 25. Geburtstag und bringt dazu einen seiner Klassiker auf die Bühne. Bereits 1997 wurde das komödiantische Stück "En dolle Famillisch" uraufgeführt, wie immer bei dem Ensemble in Düsseldorfer Mundart, das einzige Theater dieser Art in Düsseldorf, sagt Leiter Marian Poths.

Fast 20 Jahre später sind einige Ensemblemitglieder von damals immernoch dabei, wie zum Beispiel Monika Thelen und Gaby Schumacher, die in der aktuellen Produktion die verzweifelte Ehefrau und die anstrengende Nachbarin spielen. Wie alle anderen Darsteller auch sind die beiden Frauen Laien und spielen Theater aus Spaß an der Freud'. Während Monika Thelen vor der Pensionierung in einer Bank gearbeitet hat, leitet Gaby Schumacher einen Kindergarten. Insgesamt zählt die 1990 gegründete Theatergruppe 40 Mitglieder, davon sind zwölf Schauspieler jedes Alters. "Wir kennen uns inzwischen gut und machen das alles ehrenamtlich, weil das Spielen uns soviel Freude bereitet", wie beide während der Probenpause erzählen. Für Monika Thelen war die Düsseldorfer Mundart am Anfang etwas schwierig, obwohl sie schon mit sieben Jahren nach Düsseldorf gezogen ist. Doch zu Hause wurde immer Hochdeutsch gesprochen. Gaby Schumacher bereitet der Dialekt hingegen keine Probleme, sie fühlt sich immer an Gespräche mit ihrer Großmutter in der Kindheit erinnert. Zum Komödiantischen jedenfalls passt die Sprache vorzüglich, verleiht dem Stück sogar eine zusätzliche humoristische Dimension. "Ich kann nimmi, ich kann nimmi", ruft Monika Thelen im Verlauf des letzten Aktes noch häufig. Für die Mundart hat wie in allen Stücken Mundartautorin Monika Voss gesorgt, die die Komödie übersetzt hat. Jedes Jahr im März beginnt für das Schnibbeltheater die Saison, dann trifft man sich jede Woche und probt das neue Volksstück. Immer sind es Komödien und auch diesmal ein einziger Schenkelklopfer, wie Regisseur Macha am sagt. Neben ihm sitzt Souffleuse Waltraut Kappitz, die hier und da noch ein Wort einwirft, bis zur Premiere am 23. Oktober wird alles sitzen. 13 Vorstellungen sind im Oktober und November vorgesehen, die Karten allerdings bereits vergriffen. "Wir haben ein gutes Stammpublikum, das uns zum Teil seit etlichen Jahren begleitet", so Leiter Marian Poths. Pro Vorstellung kommen 200 Besucher in das Pestalozzi-Haus an der Grafenberger Allee. Wie immer spendet das Schnibbeltheater aus dem Erlös, im letzten Jahr kam das Geld unter anderem behinderten Kindern zugute. Sainab Sandra Omar

Quelle: RP
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