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Flingern
Keine Lösung für Schmuddelhaus

Flingern. Die Bauaufsicht versucht weiterhin, sich mit dem Eigentümer zu einigen. Seit sieben Jahren ist das denkmalgeschützte Haus eingerüstet, weil Putzteile aus der Fassade abzustürzen drohen. Von Nicole Kampe

Vor drei Wochen erst waren Mitarbeiter der Bauaufsicht mit einem Statiker beim Gebäude an der Dorotheenstraße, das seit mehr als sieben Jahren eingerüstet ist. Der Verfall des denkmalgeschützten Jugendstilhauses an der prominenten Stelle ist ein großes Streitthema. 2014 hoffte die Stadt schon auf eine Einigung mit dem Eigentümer, die hat es aber nie gegeben. "Wäre das Gerüst nicht mehr da, dann würde die Öffentlichkeit das Haus ganz anders wahrnehmen", sagt Karl-Heinz Schrödl, stellvertretender Leiter der Bauaufsicht. Immer wieder hat es Beschwerden gegeben von Nachbarn und Händlern rund um die Straße. Wie die leer stehende Papierfabrik im Hafen lockt die Schrottimmobilie in Flingern nämlich Vandalen an. Kürzlich sind Fensterscheiben im Erdgeschoss eingeschlagen worden.

Nach Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, zahlt die Stadt 4000 Euro für das Gerüst - monatlich. Weil Putzteile aus der Fassade abzustürzen drohen, musste das Gerüst damals aufgestellt werden. "Das ist rechtswidrig", sagt Manfred Lampert, Vorbesitzer des Hauses, der die Immobilie auf seinen Sohn übertragen hat. "Permanent werden wir schikaniert." Sanieren dürfe er nicht, nicht einmal nicht genehmigungspflichtige Arbeiten ausführen, sagt Lampert, der wegen der Mietausfälle einen Schadensersatzanspruch an die Stadt stellen will. "Herr Lampert darf alles, bis heute ist aber kein detaillierter Plan bei uns eingereicht worden", sagt Schrödl. "Deshalb können wir auch nichts bescheiden." Die Fronten sind offenbar verhärtet.

"Irgendetwas stimmt doch da nicht", sagt Irene Stengel (CDU), Mitglied der Bezirksvertretung 2 (Düsseltal und Flingern). Schon mehrfach hat das Haus an der Dorotheenstraße auf der Tagesordnung in der BV gestanden. Weitergekommen sind aber auch die Stadtteilpolitiker nicht. "Wieso verkauft der Eigentümer das Haus nicht endlich?", fragt sie sich. Wo er doch offenbar kein Interesse hat, dass sich etwas verbessert. Immer wieder stünden Zahlungen aus, "die der Eigentümer erst dann leistet, wenn der Gerichtsprozess bevorsteht", sagt Stengel. 2012 war eine Zwangsversteigerung des Objekts angeordnet worden, die der Besitzer Manfred Lampert senior aber durch Zahlung offener Gebührenrechnungen an die Stadtsparkasse abwendete. Dabei soll es um rund 17.000 Euro gegangen sein. "Wenn er mit seinen Zahlungen nicht mehr weiterkommt, überträgt er das Eigentum auf seinen Sohn", sagt die Politikerin, "und der überträgt das Haus dann wieder auf den Vater."

Wegen der Namensgleichheit von Vater und Söhnen kam es in der Zustellung von Dokumenten zu Problemen, "alle heißen Manfred zum Vornamen", sagt Schrödl. Zudem wohne der Vater in Spanien, sei dort gemeldet und entsprechend schwer erreichbar. "Unser Rechtsstaat stößt irgendwann an seine Grenzen", so Schrödl. Es komme immer wieder zu Verzögerungen, weil der Eigentümer den Rechtsweg beschreitet. "Vorrangig ist der Eigentümer verantwortlich für den sicheren Zustand der Immobilie, wir müssen aber über jedwede Maßnahme nachdenken, damit das Gerüst endlich verschwindet", sagt Schrödl.

Quelle: RP
 
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