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Hassels
Mieter verärgert über Baumängel

Hassels. Bei der Sanierung an der Potsdamer Straße sind weitere Mängel aufgetaucht. Wirklich verbessert hat sich der Zustand der Häuser nicht. Ein Anwohner zeigt die Missstände auf. Von Maximilian Krone

Wenn Frank Kaufmann und seine Frau Gäste empfangen wollen, müssen sie nach unten zur Eingangstür laufen, denn die Tür öffnet nicht elektrisch. Der Grund dafür ragt im Flur des Hauses an der Potsdamer Straße aus einer Wand am Eingang. "Das Kabel, das die Wohnungen mit der Tür verbindet, ist nicht angeschlossen", sagt Kaufmann.

"Außen hui, innen pfui." So bezeichnet er den Zustand der Häuser an der Potsdamer Straße, seit geraumer Zeit saniert werden. "Bei uns wurde im Mai gearbeitet", sagt er und fügt an, dass von Sanierung aber keine Rede sein könne. "Wenn überhaupt, würde ich den Austausch von jahrzehntealten Fenstern, Heizungs- und Sanitäranlagen als Instandsetzung bezeichnen", sagt Kaufmann.

Mit den Fenstern fing es im Frühjahr an. "Uns wurde eine Dreifach-Verglasung angekündigt. Eingebaut wurden Fenster mit zwei Scheiben", sagt er. Besonders ärgert er sich aber darüber, dass die Fenster zu klein seien. "Sie passen nicht. Zu den Mauern ist ein Spalt frei, der kurzerhand mit Bauschaum aufgefüllt wurde." Davon betroffen seien alle Fenster und auch die Fensterfront samt Zugang zum Balkon. Auch die Balkontür sei nur notdürftig befestigt worden, sagt er.

Wenn Frank Kaufmann die Tür aufmacht und fest daran wackelt, bewegt sich die komplette Fensterfront. "Das kann nicht angehen. Das wurde schlampig gemacht", ärgert er sich. Warum die Fenster überhaupt ausgetauscht worden seien, verstehen unterdessen viele Bewohner nicht. Denn die Fenster seien mehrfach erst kurz vor den Arbeiten vom ehemaligen Eigentümer ausgetauscht worden. Ein Umstand, über den sich bereits im Frühjahr viele Anwohner geärgert hatten. Nun wurde erneut ausgetauscht. Dabei wurde auch die Fensterbank im Wohnzimmer abgerissen. "Aufgebaut hat die niemand mehr. Wir haben das selbst erledigt", sagt Kaufmann. Doch damit nicht genug: Neben einem nicht getrockneten Wasserschaden, den er beinahe beiläufig erwähnt, wurde im Bad die Duschvorrichtung an der falschen Stelle montiert. "Immerhin, unsere Badewanne konnten wir retten. Sie sollte ausgebaut werden und gegen eine ersetzt werden, die deutlich schlechter war", sagt Kaufmanns Frau. "Ich habe das mit dem Bauleiter verabredet, wenig später kamen dann dennoch die Bauarbeiter und wollten die Wanne rausreißen", sagt Frank Kaufmann. Zumindest die neue Heizung funktioniere in der Wohnung des Ehepaars. "Wir haben Glück, dass wir nicht so weit oben wohnen. In den höheren Etagen kam zunächst kein warmes Wasser an, weil im Keller eine falsche Pumpe eingebaut wurde", sagt er.

Im Keller geht der Ärger weiter. Ungewöhnlich warm ist es dort. "Es wurden neue Rohre verlegt. Isoliert hat die niemand", sagt er. Die alten Rohre hängen indes noch ohne Funktion an der Decke oder liegen auf dem Boden. Besonders einladend wirken die Kellerräume nicht.

"Ich lagere hier nichts mehr. Die Bauarbeiter haben alle Keller aufgebrochen, um die Leitungen zu verlegen. Einigen Nachbarn wurden Fahrräder und andere Dinge gestohlen", sagt Frank Kaufmann. Derzeit zahlt das Ehepaar für seine 80 Quadratmeterwohnung 708 Euro, bald sollen es - wegen der Sanierungen - 1013 Euro sein. Auf Anfrage der Rheinischen Post zu den Zuständen in den Häusern hat die Firma In-West als Eigentümerin nicht reagiert.

Quelle: RP
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